Jack Dorsey:"Die Seele von Twitter" geht

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Jack Dorsey

Hatte schon lange die Schnauze voll von seiner Plattform, die wie so viele soziale Netzwerke zum Durchlauferhitzer für Häme, Hass und Hetze wurde: Jack Dorsey bei der Ted Conference 2019.

(Foto: Ryan Lash; Bret Hartman/TED/Ryan Lash / TED)

Twitter-Gründer Jack Dorsey schmeißt hin. Was bedeutet das für Diskurs, Politik und Kultur?

Von Andrian Kreye

Die Überraschung war groß am Montagmorgen kalifornischer Zeit. Eigentlich war ja "day of rest". Jeden letzten Montag im Monat bekommen alle Twitter-Mitarbeiter frei, um sich zu erholen. Doch dann: "Hello Team" begann die E-Mail, mit der Firmengründer und CEO Jack Dorsey seinen Rücktritt bekannt gab. Ein paar Minuten später bekam auch der Rest der Welt den Abschiedsbrief zu sehen, eingebettet in einen Tweet mit der lakonischen Ansage: "Ich bin nicht sicher, ob das schon jemand mitgekriegt hat, aber ich habe bei Twitter gekündigt." Hatte natürlich jeder. Es war Nachmittag in Europa, Mittag in New York, später Abend in Asien. "Humblebragging" nennt man das auf Twitter, wenn man betont beiläufig mit vermeintlichen Banalitäten herumprahlt. Zu den Standards gehört, sich über kleine Malheurs lustig zu machen, die einem auf Preisverleihungen, Insider-Partys oder Reisen in Weltstädte widerfahren. Eine der vielen neuen Formen der Kommunikation, die in diesem Mikroblogging-System entstanden, seit Dorsey die Anwendung im Juli 2006 ans Netz brachte. Und dass der Chef einer Firma mit Weltruf mit solcher Öffentlichkeitswirkung zurücktritt, gehört schon zu den ganz großen Gesten. Im PS stand dann noch: "Ich tweete diese E-Mail. Mein einziger Wunsch ist, dass Twitter Inc. das transparenteste Unternehmen der Welt wird. Hi Mom!"

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