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TV-Kritik: Schluss mit Hotel Mama:Isch möschte das nischt

Nichts ist einfacher, als sich über dicke Jungs lustig zu machen, die mit 25 noch bei Mama wohnen. Das hat auch Kabel 1 klug erkannt. Eine kleine Nachtkritik.

Bald haben wir sie alle durch: Schwiegertöchter, Häuslebauer, Auswanderer, Inselbewohner, Übergewichtige, Jugendliche mit und ohne Kinderwunsch wurden im Privatfernsehen durch alle Sendezeiten gejagt. Auch das Verhalten geschlechtsreifer Landwirte zur Paarungszeit ist bis zum Exzess öffentlich durchgenudelt. Nun sollte man meinen, es gäbe keine Themen mehr fürs Prekariatsfernsehen - oder zumindest keine neuen Darsteller.

Der 25-jährige Stjephan möchte sich von seiner Mutter verwöhnen lassen - nicht mit Kabel 1.

(Foto: Foto: Kabel 1)

Weit gefehlt: Irgendein Sender zaubert ja doch immer wieder ein neues Problemthema aus dem Hut und auch die passenden Protagonisten dazu, wo auch immer er die herhaben mag. Schon in der zweiten Staffel zeigt nun Kabel 1 seit Dienstagabend "Schluss mit Hotel Mama!", eine weitere "Coaching"-Doku.

Der Sender ist auf die grandiose Idee gekommen, dicke Jungs öffentlich bloßzustellen, die sich bisher bei ihrer Mama vor der großen bösen Welt versteckt hatten. Wie das Leben so spielt, steht die große böse Welt dann doch irgendwann vor der Tür - warum nicht in Form eines Fernsehteams und der lachenden Weltöffentlichkeit?

Großes Geschütz gegen leichtes Opfer

In der ersten Folge ist es Stjephan, den seine Mutter nicht länger aushalten will. Der 25-Jährige geht weder einer Arbeit noch einem geregelten Tagesablauf nach, er wohnt im Kinderzimmer, lässt sich bekochen und bedienen und spielt ungerührt am Computer, während seine Mutter ihm die überhöhte Stromrechnung vorliest. Die 61-Jährige will nicht länger zwischen zwei Jobs und Hausarbeit jonglieren müssen, während der Nachwuchs es sich auf ihre Kosten gemütlich macht.

Prompt lässt der Sender ihn vor die Tür setzen, Mutter darf ihm die "Überraschung" servieren: Sein "Kinderzimmer" ist leergeräumt. Von nun an heißt es für den gelernten "Beikoch", auf eigenen Beinen zu stehen. Stjephan muss sich erst mal setzen.

Wie der übergewichtige 25-Jährige in den folgenden vier Wochen "vom Mamasöhnchen zum echten Kerl" mutiert, das könnte man auch anders zeigen. Doch Kabel 1 zieht es vor, mit großem Geschütz gegen ein leichtes Opfer vorzugehen

Lesen Sie weiter auf Seite 2, wie das Opfer sich schlägt.