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TV-Kritik: Die Model-WG:"Schlaf gut und "süße Träume"

Erstens wünschen sich die Damen beim Zubettgehen "süße Träume" und bereiten sich beim Aufstehen gegenseitig Rührei zu, gehen also geradezu vorbildlich miteinander um. Zweitens ist die angeblich bratpfannengeschädigte Sarah Knappik (besser bekannt als unzertrennliche Freundin der unverbesserlichen Blondine Gina Lisa) in dieser Show gar nicht dabei.

Was nicht ist, kann aber noch werden: Kündigt doch Larissa zum Schluss der ersten Folge bei einem "ernsten Gespräch" mit Model-Agent Peyman Amin an, eventuell doch lieber ihr Abi machen als in einem Köln-Ehrenfelder 400-Quadratmeter-Loft mit leeren Ikea-Bilderrahmen herumhängen zu wollen, so sehr sie dies eigentlich auch wünsche. Und der Model-Agent versichert eifrig, dass es ausgeschlossen sei, nach dem Abitur zurückzukehren in die Model-WG.

Das sollten sich alle Abiturientinnen mit Model-Ambitionen mit wasserfestem Edding hinter die hübschen Lauscher schreiben - und Pro Sieben sollte noch mal darüber nachdenken, wie das so oft versprochene "Entertainment" funktioniert.

Zwar hat sich der Privatsender mit diesem Anlauf von der offenbar doch etwas schwierigen Heidi Klum emanzipiert, indem er eine Model-Show einfach ohne die selbsternannte Model-Mutti ins Leben ruft.

Peyman Amin scheint auch gleich die Quittung dafür erhalten zu haben, indem er vor wenigen Tagen erfahren durfte, als Juror bei Germany's Next Topmodel rausgeflogen zu sein. Auch der "starke Werbepartner", den der Sender mit ins Boot geholt hat, ist schon mit dem deutschen Topmodel aneinandergeraten und kündigte 2005 eine Kampagne mit der damals schwangeren Klum auf.

Nun zeichnet der Otto-Versand für ziemlich nervige Dauerwerbesendungen zwischen den Sendeblöcken verantwortlich.

Aber gute oder auch nur mittelprächtige Unterhaltung ist eben doch etwas anderes. Da sollte schon etwas passieren, außer dass Model-Anwärterinnen - Überraschung! - um Model-Jobs konkurrieren. Das war selbst bei GNT aufregender.

Mit anzusehen, wie sich Möchtegern-Models Hautunreinheiten überschminken, Blondinen mit Töpfen hantieren oder dass eine 16-Jährige sich heulend "gerade nicht so wohl fühlt" in ihrem Körper, das erwartet man dann doch eher auf RTL 2 um Mitternacht als auf dem besten Sendeplatz bei Pro Sieben. Es braucht keine Bratpfanne, aber es braucht neue Ideen für eine neue Show.

Vielleicht mal ein Thema für ein echtes Model-Abitur.