Turner-Preis-Verleihung:Ein Pub für alle

Lesezeit: 1 min

December 1, 2021, Coventry, UK: EDITORIAL USE ONLY File photo dated 28/09/21 of an art installation by Array Collective

Postsektiererische Denkweise: Die Instalation Druithaib´s Ball des Array Colective hat den diesjährigen Turner-Preis gewonnen.

(Foto: Doug Peters /imago images/ZUMA Press)

Das nordirische Künstlerkollektiv Array wurde mit dem Turner-Preis ausgezeichnet.

Von Alexander Menden

Gewinner des diesjährigen Turner-Preises ist das nordirische Künstlerkollektiv Array. Die elfköpfige, in Belfast ansässige Gruppe gewann die mit 25 000 Pfund dotierte Auszeichnung für Zeitgenössische Kunst in einem Jahr, in dem keine Einzelkünstler, sondern ausschließlich Künstler- und Aktivistengruppen auf der Nominierungsliste standen. Die prämierte Arbeit "The Druithaib's Ball" ist der Nachbau eines Pubs, dessen Zimmerdecke aus Flaggen und Transparenten besteht, die für Proteste und Demonstrationen geschaffen wurden. Umgeben von Fahnenmasten, die auf vorchristliche antike irische Zeremonienstätten verweisen, wurde die Installation als "ein Versammlungsort jenseits der sektiererischen Spaltung" deklariert. Dies bezieht sich auf den Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in Nordirland, aber auch auf Themen wie Abtreibung, Rechte von Homosexuellen, psychische Gesundheit, Gentrifizierung und Sozialfürsorge.

Schon für die Shortlist hagelte es in Großbritannien Kritik

Alex Farquharson, Direktor der Tate Britain und Vorsitzender der Jury, sagte am Mittwochabend bei der Verleihung in Coventry, die Array-Künstler arbeiteten "in einem schwierigen konfessionellen Kontext". "Sie behandeln sehr wichtige Themen", so Farquharson in seiner Entscheidungsbegründung, "bringen aber Humor, Freude, Freude und Hoffnung in eine sonst sehr angespannte Situation." Die prämierte Arbeit sei ein Beispiel für das "Gefühl der Befreiung und die postsektiererische Denkweise", für die Array stehe.

Die diesjährige Shortlist für den Turner-Preis war von der britischen Kritik einhellig als flach und überpolitisiert verrissen worden. Die nominierte Gruppe "Black Obsidian Sound System", ein Kollektiv schwarzer, queerer Aktivisten, reagierte auf die Aufnahme in die Shortlist mit dem Vorwurf, von der Tate "instrumentalisiert" worden zu sein und kritisierte deren Umgang mit schwarzen Künstlerinnen in der Vergangenheit. Die Mitglieder des Array Collective nannten die Auszeichnung bei der Preisverleihung "surreal" und kündigten an, das Preisgeld nun in die Schaffung eines "sicheren Studioraums" in Belfast zu investieren.

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