Ein dumpfes Stöhnen und Klagen, Plappern und Hecheln, durchbrochen von Schreien: In der Oper Frankfurt bleibt der Vorhang noch geschlossen, während die Chöre bereits in den dunklen Zuschauerraum eindringen. Es ist ein neues Vorspiel, das die italienische Komponistin Lucia Ronchetti für eine berühmte, einhundert Jahre alte Oper ersonnen hat. Giacomo Puccinis „Turandot“ spielt in Peking, das „Magma der Stadt“ will Ronchetti laut eigenem Bekunden im Programmheft hörbar machen, aus dem auch die Oper erwächst. In ihr spielen die Chöre fast die größere Rolle als die Einzelnen, als Massen, die in einem Moment Blut fordern und im nächsten sentimentaler Rührung erliegen über die Opfer der titelgebenden Prinzessin, die jeden Freier köpfen lässt, der ihre drei Rätsel nicht lösen kann. In „Turandot“, die Puccini bei seinem Tod im Jahr 1924 unvollendet hinterließ, hallt die Epoche des Faschismus wider.
OperDie ganze Welt ist ein Gefängnis
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Andrea Breth inszeniert in Frankfurt Puccinis „Turandot“ – und hat sich für ihre Inszenierung von Berichten aus Nordkorea inspirieren lassen. Ihre Bilder sind brillant, aber es fehlt etwas Wichtiges.
Von Michael Stallknecht
