Er kann sie nicht mehr hören, „Buzzwörter wie Solidarität, Zielorientierung, Teamgeist“, in die seine Chefs diese Katastrophe verpacken. Nasskalt pfeift der Eisheiligenwind die Straße des 17. Juni entlang, wo ein großer Teil des Campus der Technischen Universität Berlin liegt. Gerade hat der wissenschaftliche Mitarbeiter eines „nicht sehr großen Instituts“ seinen Monitor, Bücher, Kisten voller Unterlagen aus seinem Büro geräumt, in sein Auto geschafft und dann den Rollwagen an die Kollegin übergeben. Auch sie nutzt die letzten Minuten, die sie hat, um ihre Sachen aus dem Gebäude zu retten.
Technische UniversitätWie Corona, nur halt Berlin
Lesezeit: 7 Min.

Wegen „erheblicher baulicher Mängel“ schließt die Technische Universität bis auf Weiteres ihr Hauptgebäude und schickt Studierende und Forschende ins Home-Office. Ein unerhörter Vorgang? Nein, ein weiteres Kapitel des Verfalls der Hauptstadt.
Von Meredith Haaf
