Genaugenommen ist Vilhelm ein Tyrann. Einmal will er verhindern, dass Lise mit einer Delegation – aber ohne ihn – nach Moskau fliegt. Er ist neidisch auf das Talent seiner Frau. Einmal beschreibt sie, wie er einen ihrer Verse gefunden hat, bevor sie gelernt hatte, sie vor ihm zu verstecken. Ihre Papiere „lagen starr und tot in seinen Händen, während er ein Gedicht ermordete, eine kalte Leiche in weißer Klöppelspitze“, erinnert sich Lise. Leider ist der Vers in Tove Ditlevsens Roman „Vilhelms Zimmer“ nicht enthalten.
Tove DitlevsenDas letzte Wort hat sie
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Eine Frau, ein Mann, zwei Psychiater: In ihrem letzten Roman, „Vilhems Zimmer“, rechnet Tove Ditlevsen mit ihrer vierten Ehe ab.
Von Susan Vahabzadeh
