Tom Segev nimmt Günter Grass in Schutz In der Hitze des Gefechts

Der israelische Historiker Tom Segev nimmt Günter Grass in Schutz gegen den Vorwurf, er hätte in einem Interview Holocaustopfer und getötete deutsche Kriegsgefangene gegeneinander aufgerechnet. Segev hatte das Interview geführt.

Der israelische Historiker Tom Segev hat Günter Grass gegen den von dem deutschen Historiker Peter Jahn in einem Gastbeitrag für die SZ vom 1. September erhobenen Vorwurf in Schutz genommen, er wolle die deutschen Verbrechen gegen die Juden durch den Verweis auf deutsche Kriegsopfer relativieren. In einem von Segev für die israelische Zeitung Haaretz geführten Interview hatte Grass gesagt: "Von acht Millionen deutschen Soldaten, die von den Russen gefangen genommen wurden, haben vielleicht zwei Millionen überlebt, und der ganze Rest wurde liquidiert."

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Von drei Millionen deutschen Soldaten, die in sowjetische Gefangenschaft gerieten, starben zwischen 700 000 und 1,1 Millionen. Tom Segev bedauerte in einem Schreiben an die SZ, die von Grass "in der Hitze des Gefechts" genannten Zahlen nicht korrigiert zu haben, zeigte sich aber "absolut sicher", Grass habe sie nicht ins Spiel gebracht, um sie relativierend zu den sechs Millionen ermordeten Juden in Beziehung zu setzen.