NachrufEin Humanist mitten im sprödesten Sozialismus

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Ihm ging es um Inhalte, nicht um virtuose Technik: Tom Schilling war einer der prägendsten Choreografen der DDR.
Ihm ging es um Inhalte, nicht um virtuose Technik: Tom Schilling war einer der prägendsten Choreografen der DDR. Nestor_Bachmann/picture-alliance / dpa

Er schenkte der DDR ein modernes Tanz-Theater, interpretierte die Klassiker neu – und denunzierte niemanden an die Stasi. Nachruf auf den Choreografen Tom Schilling.

Von Dorion Weickmann

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Er hätte beinahe ein Vierteljahrhundert Zeit gehabt, um seine Schutzbefohlenen zu bespitzeln, zu denunzieren und sogenannte Minderleister abzusägen. Aber Tom Schilling, von 1965 bis 1993 Ballettdirektor an der Komischen Oper im Osten Berlins, blieb standhaft und ließ sich nicht mit der Stasi ein. Anders als an der Lindenoper, wo Mielkes Leute die Tanzhierarchie mit Spionen durchsetzt hatten, bekamen sie bei Schilling keinen Fuß in die Tür. Allein schon damit hat er historischen Lorbeer verdient.

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