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Tod von Bud Spencer:Terence Hill hat seinen Duettpartner verloren

Terence Hill und Bud Spencer

Ohne einander nicht vorstellbar - zumindest für den Zuschauer: Bud Spencer und Terence Hill.

(Foto: dpa)

Carlo Pedersoli und Mario Girotti lernten sich in der Schwimmmannschaft kennen, später wurden sie mit Italo-Western berühmt. Zuletzt schlich sich Mario zum heimlichen Spaghettiessen zu seinem geliebten Carlo.

"Ich habe meinen besten Freund verloren, ich bin erschüttert", sagte der Filmemacher Terence Hill in der italienischen Tageszeitung Corriere della Sera. Am Montag war sein Schauspielkollege Bud Spencer, mit dem ihn eine jahrzehntelange Freundschaft verband, im Alter von 86 Jahren gestorben. Gemeinsam hatten die beiden seit den späten Sechzigerjahren 18 meist sehr erfolgreiche Komödien gedreht. Kennengelernt hatte sich das Duo aber schon lange zuvor, als sie noch Mario Girotti (Hill) und Carlo Pedersoli (Spencer) hießen. Sie waren in der gleichen Schwimmmannschaft, doch der Altersunterschied von zehn Jahren sorgte dafür, dass sie zunächst getrennte Wege gingen.

Mario/Terence wurde am 29. März 1939 in Venedig geboren. Seine Mutter Hildegard stammte aus Deutschland, 1943 siedelte die Familie nach Lommatzsch bei Dresden um. Dort wuchsen Hill und seine beiden Brüder die nächsten Jahre auf, weshalb er Deutsch bis heute als seine Muttersprache bezeichnet.

Erst als Jugendlicher kehrte er nach Italien zurück, wo er sich als Schwimmer versuchte, aber nie die Klasse seines späteren Kumpels erreichte, der eine Meisterschaft nach der anderen gewann. Dafür hatte Mario mit seiner frechen Art und seinen stahlblauen Augen zwei Wesensmerkmale, die Filmregisseure bald ins Schwärmen brachten. Als Zwölfjähriger bekam er seine erste Rolle in der Komödie "Vacanze col gangster". Die Schauspielerei gefiel ihm in den folgenden Jahren des Heranwachsens deshalb, weil er damit sein Motorrad und sein Studium bezahlen konnte. Dass daraus eine richtige Profession werden könnte, daran dachte er erst mit Anfang zwanzig.

Wer diese pathetische Kinoschule durchlaufen hat, muss zum Genreparodisten werden

Bis dahin hatte er sich in Terence Hill umbenannt und drehte erst mal das komplette Gegenteil zu den Spencer/Hill-Slapstickstücken. In Italien stand er für diverse bierernste Monumentalfilme vor der Kamera. In Deutschland wurde er Teil der kitschigen Karl-May-Maschinerie und war unter anderem in "Winnetou II" zu sehen.

Wer diese pathetische Kinoschule durchlaufen hat, der muss quasi zwangsweise zum Genreparodisten werden - und das lebte Hill dann nicht nur gemeinsam mit Bud Spencer aus, sondern auch in seinen Solohits wie "Mein Name ist Nobody" (1973).

Der deutsch-italienische Schauspieler mit dem amerikanischen Künstlernamen heiratete schließlich eine bayerischstämmige Amerikanerin mit dem Namen Lori Zwicklbauer, die seitdem den sensationellen Doppelnamen Zwicklbauer-Hill trägt, was auch eine wunderbare Komödie ist.

Genau diese Frau Zwicklbauer, die sich der Einfachheit halber meistens als Mrs. Hill vorstellt, verbot ihrem Mann angeblich den Genuss seiner geliebten Pasta - weil er sonst so dick würde wie sein bester Freund. Also schlich sich Mario, wenn er denn mal wieder in Italien war, abends gerne zu seinem geliebten Carlo, wo sie ungehemmt gemeinsam Spaghetti schlemmen konnten.

© SZ vom 29.06.2016/jobr

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