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Tim Burton: "Alice im Wunderland":Wer zum Schmock ist Alice?

Der Antitypus zum supercoolen Hollywoodgirl: Tim Burton verfilmt Alice als Teenager im Wunderland neu und ganz anders. Die ersten Bilder.

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Der Antitypus zum supercoolen Hollywoodgirl: Tim Burton verfilmt "Alice im Wunderland" neu und ganz anders. Die ersten Bilder.

Man mag es drehen und wenden wie man mag, am Ende ist es doch auch ein Akt der Treulosigkeit, von Seiten des Filmemachers Tim Burton, eine Art Verrat. Alice wird ein Teenager sein in seiner Verfilmung des Klassikers - wo Lewis Carroll, der Verfasser der Originalgeschichten, doch so verschossen war in die kleinen Mädels, die sein Mathematiker- und Logikerleben in Oxford mit charmanten Posen und Ellipsen erfüllten.

Text: FritzGöttler/SZ vom 23.6.2009

Foto: Helena Bonham Carter als rote Königin/ Disney Enterprises Inc.

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Bei Tim Burton aber und seiner Drehbuchautorin Linda Woolverton (bislang unter anderem "The Beauty and the Beast") ist sie nun siebzehn, und sie wird gespielt von der australischen Jungactrice Mia Wasikowska. Vielleicht gibt es nur noch dort, am andern Ende der Welt, jenen Antitypus zum supercoolen, perfekt gestylten und also ein wenig faden Hollywoodgirl - jene erdverbundenen, dennoch zu Abenteuern und bizarren Erfahrungen allzeit bereiten Mädchen, die seit vielen Jahren die Burtonfilme bevölkern: Geena Davis in "Beetle Juice", Winona Ryder in "Edward mit den Scherenhänden", Christina Ricci in "Sleepy Hollow". Und, omnipräsent natürlich, Helena Bonham Carter, die auch in "Alice" wieder mit von der Partie ist.

Alice ist nun siebzehn, und sie hat ihren ersten Wunderlandtrip gar nicht mehr in Erinnerung. Bei einer Abendgesellschaft auf einem Landsitz kriegt sie mit, dass sie an diesem Abend öffentlich einen Heiratsantrag verpasst kriegen soll - in Panik läuft sie davon, gefolgt von einem weißen Kaninchen, und landet im Wunderland.

Foto: Anne Hathaway als weiße Königin/ Disney Enterprises Inc.

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Alice getting married ... aber sie ist, natürlich, noch gar nicht reif dafür. "Was schön ist an dieser Geschichte und an dieser Figur", erklärt Tim Burton, "sie ist in einem Alter irgendwo zwischen Kindheit und Erwachsensein. Und wie viele Jugendliche fühlt sie, dass sie eine sehr alte Seele hat. Eine Art von Altsein in ihrer Seele, das sie nicht gerade beliebt macht in ihrer eigenen Kultur und ihrer eigenen Zeit. Alice ist jemand, der nicht so recht in die viktorianische Gesellschaft passt. Sie ist stärker introvertiert ..."

Alice fremdelt also. Und sie fremdelt allemal in einem Tim-Burton-Film. Der hat die klassischen Alice-Zeichnungen - von Rackham oder Tenniel - wohl studiert, aber heftig seinem eigenen dunklen Burton-Universum angepasst. Johnny Depp ist - natürlich - wieder dabei, zum siebten Mal bei Tim Burton, und zwar, natürlich, als der verrückte Hutmacher.

Foto: Jonny Depp als verrückter Hutmacher/ Disney Enterprises Inc.

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Helena Bonham Carter ist die ominöse rote, Anne Hathaway die weiße Königin. Dazu gibt es bewährte Ikonen der Britizität wie Stephen Fry und Christopher Lee (als Jabberwock!?). Burton kann auch diesmal nicht verhehlen, dass seine Welt der finsterwäldlerischen deutschen Grimm-Seele näher ist als den verschmockten britisch-exzentrischen Phantasiespielen. Das Ganze ist in 3-D gedreht, mit dem ganzen Spektrum an Realeffekten und Computertricksereien. Durchaus klassisch, verspricht Tim Burton, aber auch ... (das Wort modern will ihm offenbar nicht so recht über die Lippen) anders.

Foto: Alice vor dem Wunderland/ Disney Enterprises Inc.

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