Als Ende Januar die neu gegründete Tiktok USDS Joint Venture LLC offiziell ihre Arbeit aufnahm, gab es kein Feuerwerk – sondern einen Blackout. Für mehrere Tage blieb die Kurzvideo-App ungewohnt stumm, war kaum zu erreichen. Was das triumphale Ende eines jahrelangen Kampfes um die Deutungshoheit über die größte Entertainmentplattform der Welt sein sollte, löste bei deren Nutzern schmerzhafte Ernüchterung aus. Als der Dienst wieder anlief, waren im aktualisierten Kleingedruckten auf einmal Passagen zu noch mehr Nutzerdatenspeicherung zu finden. Gleichzeitig häuften sich Anekdoten, dass Inhalte plötzlich anders performen: Videos, die noch vor wenigen Tagen zuverlässig Reichweite erzielten, wurden kaum geklickt. Bestimmte Begriffe scheinen sensibler geworden zu sein – Nutzer berichten davon, dass Wörter wie „Epstein“ in privaten Nachrichten blockiert oder Posts ohne ersichtlichen Grund ausgebremst werden.
Digitale MedienIst global viral bald vorbei?
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Tiktok operiert nun unter US-Eigentümern – und schraubt am Algorithmus. Was das für die Meinungsfreiheit bedeutet, ist unklar, sicher ist aber: All die Influencer und Agenturen, die ihr Einkommen dort generieren, werden ihr Geschäftsmodell anpassen müssen.
