LiteraturGefühle, die sich einfach nicht mehr beruhigen

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Eine feine, fragile Prosa, diszipliniert, elegant, unverkopft: der Schriftsteller Thomas Hettche.
Eine feine, fragile Prosa, diszipliniert, elegant, unverkopft: der Schriftsteller Thomas Hettche. Mark Siaulys Pfeiffer

Ein 60-jähriger Mann, der den Glauben an die Liebe längst verloren hat, wird eines Tages hinterrücks von ihr überwältigt: Thomas Hettches ungemein sinnlicher Roman „Liebe“ erzählt von einer späten, obsessiven Leidenschaft.

Von Tobias Haberl

„Selten ist ein Debüt mit so breiter und tiefer Bewunderung, ja mit einer so seufzenden Erleichterung aufgenommen worden, als wäre mit diesem virtuos kühnen Textgebilde die Zukunft einer jungen deutschen Literatur erst einmal gesichert.“ So beeindruckt, ja euphorisch reagierte Die Zeit auf Thomas Hettches Erstlingsroman „Ludwig muss sterben“. Das ist mehr als dreißig Jahre her. Seitdem hat Hettche, geboren 1964, nicht nur zahllose Literaturpreise eingeheimst, sondern immer wieder auch unkonventionelle Perspektiven und Prosaformen herausgefordert: Sein dritter Roman „Nox“ beispielsweise erzählt den Abend des Mauerfalls und den Kollaps der DDR aus der Sicht einer Leiche.

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