Beim Frankfurter Kreuz denkt man nicht zwangsläufig an Jesus Christus. Thomas Bayrle schon. Sein Video-Heiland „Autobahnkreuz“, zusammengesetzt aus Hunderten Filmschnipseln mit brausendem Verkehr, ist ein Amalgam aus heilig und profan. Denn der Frankfurter Künstler, dem jetzt eine große Werkschau mit Arbeiten der vergangenen 20 Jahre in der Schirn gewidmet ist, misstraut allen scharfen Trennungen. Sein 1963 begonnenes Werk lebt hingegen von der ständigen Mischung. „Harte Ja/Nein-Sachen kann ich nicht aushalten“, erklärte der heute 88-Jährige einmal. „Der ganze Kram muss wirklich, nicht gewaltsam, sondern organisch, ineinandergeschoben werden.“ Also Asphaltstraße und spiritueller Weg.
AusstellungDie Mischung von Ja und Nein
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Thomas Bayrle hörte an der Webmaschine Rosenkranzgebete und sah die digitale Zukunft. Die Frankfurter Schirn widmet dem Techno-Pointillisten eine große Werkschau.
Von Till Briegleb
