Theresia Enzensbergers Essay "Schlafen":Kinder der Nacht

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Die Autorin Theresia Enzensberger war mit dem Roman "Auf See" für den Deutschen Buchpreis nominiert. (Foto: Charles Yunck /imago images)

Biochemisch bedingte Hoffnungslosigkeit und andere Albträume: Theresia Enzensberger untersucht in ihrem Essay "Schlafen" ein menschliches Grundbedürfnis.

Von Christiane Lutz

In ihrem Roman "Mein Jahr der Ruhe und Entspannung" erzählt die Autorin Ottessa Moshfegh von einer jungen Frau im New York der frühen Nullerjahre, die beschließt, ein Jahr lang zu schlafen. Sie erhofft sich davon eine Art Grundreinigung, um danach gestärkt wiederaufzuerstehen. Mit Unmengen Pillen und Schlafmitteln, überwacht von einem Künstler, der das ganze als "Projekt" verarbeitet, schlummert die Protagonistin also vor sich hin. Der Roman ist ungewöhnlich, weil er zwei Dinge nebeneinanderstellt: die unglaubliche, alle verbindende Erschöpfung der Gesellschaft einerseits und den als Radikalität gewerteten Schritt, wenn man sich dieser Erschöpfung mit allen Konsequenzen hingibt.

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