In ihrem Roman "Mein Jahr der Ruhe und Entspannung" erzählt die Autorin Ottessa Moshfegh von einer jungen Frau im New York der frühen Nullerjahre, die beschließt, ein Jahr lang zu schlafen. Sie erhofft sich davon eine Art Grundreinigung, um danach gestärkt wiederaufzuerstehen. Mit Unmengen Pillen und Schlafmitteln, überwacht von einem Künstler, der das ganze als "Projekt" verarbeitet, schlummert die Protagonistin also vor sich hin. Der Roman ist ungewöhnlich, weil er zwei Dinge nebeneinanderstellt: die unglaubliche, alle verbindende Erschöpfung der Gesellschaft einerseits und den als Radikalität gewerteten Schritt, wenn man sich dieser Erschöpfung mit allen Konsequenzen hingibt.
Theresia Enzensbergers Essay "Schlafen"Kinder der Nacht
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Biochemisch bedingte Hoffnungslosigkeit und andere Albträume: Theresia Enzensberger untersucht in ihrem Essay "Schlafen" ein menschliches Grundbedürfnis.
Von Christiane Lutz
