bedeckt München 17°

Theatertreffen:Preis für Strutzenberger

"Graf Öderland" von Max Frisch, Regie Stefan Bachmann, Theater Basel/ Münchner Residenztheater

Thiemo Strutzenberger gerät in Max Frischs "Graf Öderland" als biederer Staatsanwalt in einen albtraumhaften Strudel - und mutiert zum Monster.

(Foto: Birgit Hupfeld)

Der Schauspieler Thiemo Strutzenberger erhält für die Titelrolle in "Graf Öderland" den 3sat-Preis beim Berliner Theatertreffen.

Von Christine Dössel

Der Schauspieler Thiemo Strutzenberger, Ensemblemitglied am Münchner Residenztheater, erhält den mit 10000 Euro dotierten 3sat-Preis. Ausgezeichnet wird er für seine darstellerische Leistung in Stefan Bachmanns Inszenierung "Graf Öderland", einer Koproduktion des Theaters Basel mit dem Münchner Residenztheater. Strutzenberger, geboren 1982 im oberösterreichischen Kirchdorf an der Krems, spielt in dieser "Moritat" von Max Frisch die Hauptrolle: den biederen Staatsanwalt Martin, der scheinbar grundlos zum Amokläufer mutiert und als Axt schwingender Revoluzzer eine blutige Spur durchs Land zieht. "Graf Öderland" ist im Mai zum (ins Internet verlegten) Berliner Theatertreffen eingeladen, wo der 3sat-Preis traditionell für eine "künstlerisch innovative Leistung" vergeben wird. Die Inszenierung wird derzeit von 3sat aufgezeichnet (Ausstrahlungstermin: Samstag, 22. Mai , 20.15 Uhr).

Der 3sat-Preis wird seit 1997 jährlich an einen oder mehrere Künstler oder Künstlerinnen aus dem Pool der zum Theatertreffen eingeladenen Produktionen verliehen. In der Jury-Begründung für Strutzenberger heißt es, er sei "ein Hochrisiko-Öderland, für den die Trennlinien von Wachtraum und panischer Klarheit längst durchlässig sind". Er spiele "die traumatische Quintessenz eines Wutbürgers". Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen Herbert Fritsch, Sandra Hüller, Wiebke Puls, Milo Rau und zuletzt Alexander Giesche.

© SZ/freu
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema