TheaterBerlin ist nicht Weimer

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Purer Nostalgiekitsch: Szene aus Pınar Karabuluts Eröffnungsinszenierung „Il Gattopardo“ vom Schauspielhaus Zürich.
Purer Nostalgiekitsch: Szene aus Pınar Karabuluts Eröffnungsinszenierung „Il Gattopardo“ vom Schauspielhaus Zürich. Krafft Angerer

Das Theatertreffen ist eröffnet – und stellt sich gegen rechts. Nur einer hat sich mal wieder gedrückt: der Kulturstaatsminister.

Von Peter Laudenbach

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Eines muss man Wolfram Weimer lassen: Er hat es geschafft, Routine-Auftritte bei Preisverleihungen und Festivaleröffnungen zu einer spannenden Angelegenheit zu machen. Kommt er, kommt er nicht, gibt es Ärger, und wenn ja: Wie peinlich wird es? So steigt zwar nicht unbedingt das Niveau, aber wenigstens die Spannungskurve. Eigentlich sind solche Veranstaltungen Wohlfühltermine, bei denen sich der Kulturbetrieb selbst feiert und der Kulturbeauftragte des Bundes das Wohlwollen des Staates demonstriert. Weimers Vorgängerin Claudia Roth (Grüne) nutzte solche Anlässe für begeisterte Kampf-Umarmungen und Emotions-Tremolos. Ihre Vorgängerin Monika Grütters (CDU) spulte professionell die genreübliche Mischung aus unverfänglichem Bekenntnis zur Kultur, etwas Witz und dosierter Feierlichkeit ab. Weimer hat sich für eine ganz neue Interpretation seiner Repräsentationsrolle entschieden: Er kommt erst gar nicht.

Beim Theaterpreis des Bundes, verliehen und bezahlt von Weimers Ministerium und mit einer Preissumme von insgesamt 600 000 Euro keine Kleinigkeit, sagte Weimer vor zwei Wochen seinen geplanten Auftritt ein paar Stunden vor der Veranstaltung ab. Auch bei der Eröffnung des Berliner Theatertreffens am Freitag, ausgerichtet von den unmittelbar Weimer unterstellten Berliner Festspielen, tauchte er nicht auf, weder als Festredner noch als theaterinteressierter Zuschauer. Es wäre übertrieben zu sagen, dass er schmerzlich vermisst worden wäre. Der Gossip-Scherz, dass er an diesem Wochenende vielleicht am Tegernsee bei der „Weimer Media Group“ Besseres zu tun hatte, ist sicher nichts als eine Berliner Bösartigkeit. Aber natürlich ist Weimers Abwesenheit eine demonstrative Geste.

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