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Theater:Von der Utopie zur Apokalypse

Ruhrtriennale 2018 - Diamante

Szene aus dem fiktiven Leben in „Diamante“.

(Foto: Anette Hausschild/Ruhrtriennale 2018)

Dem argentinischen Autor und Theatermacher Mariano Pensotti gelingt es auf der Ruhrtriennale in seinem sechstündigen Stück "Diamante" durchweg, die Spannung zu halten.

Von Martin Krumbholz

In der Kraftzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Nord, einem der weitläufigsten stillgelegten Industriearealen des Ruhrgebiets, steht eine Büste von Emil Hügel. Der Mann soll vor gut 100 Jahren im Norden Argentiniens eine Stadt gegründet haben, der er den Namen Diamante gab, als Werksiedlung für sein Bergbauunternehmen Goodwind, in dem vor allem Migranten aus Deutschland Arbeit fanden. Diamante ist der Name eines spanischen Barockdichters, und Emil Hügel - Hügel wie Villa Hügel - hat es nicht gegeben. Alles Fiktion in Mariano Pensottis "Diamante" - auch die hübschen Häuschen im skandinavischen Stil und die Behauptung, die Bewohner hätten ungefähr so viel Zeit für Sport, Tanz und Musik erübrigen können, als wären sie auf einen südamerikanischen Monte Verità geraten.

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