Theater:Die da oben

Theater: Im Bann der Roulettekugel: Sebastian Zimmler als Wolfgang Pagel.

Im Bann der Roulettekugel: Sebastian Zimmler als Wolfgang Pagel.

(Foto: Armin Smailovic)

So viel Mühe, so wenig Ertrag: Luk Perceval bringt am Hamburger Thalia-Theater Hans Falladas Roman "Wolf unter Wölfen" auf die Bühne.

Von Egbert Tholl

Der Anfang ist wunderschön. Annette Kurz hat fünf weiße Plastikbälle auf der ansonsten leeren Bühne platziert, jeder so etwa vier Meter im Durchmesser, schöne, runde Dinger, die schnell eine Bedeutung erhalten. Roulette. Wolfgang Pagel, die Hauptfigur in Hans Falladas Roman "Wolf unter Wölfen", ist dem Glücksspiel verfallen, einst war er Soldat, jetzt ist er nichts mehr, das Leben ist ein seltsames Spiel für ihn geworden, der Besuch im Spielcasino ist dafür der äußere Ausdruck. Die fünf Bälle sind in der Mitte der Drehbühne, drumherum gruppieren sich irgendwann die Spielfiguren dieser Aufführung, Pagel räumt die Kugeln weg bis auf eine, die herumschwingt wie eine Abrissbirne, die die Figuren abräumt. Wie Kegel.

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