Süddeutsche Zeitung

Theater:Resi-Tagebuch

Das Theater zu, die Gänge leer. Die Kamera zeigt: einen Betriebsstillstand. An der verriegelten Eingangstür schlägt sich der Schauspieler Max Rothbart die Nase blutig, bevor er das ferne Publikum anspricht: "Wir bitten Sie, Ihre Telefone nun laut zu stellen..." Die übliche Ansage vor Vorstellungen, nur mit verkehrtem Text. Das Video ist ein Beitrag zu der Reihe "Tagebuch eines geschlossenen Theaters", mit der das Münchner Residenztheater auf seiner Homepage (und auf Youtube) die erzwungene Karenz überbrückt. Ensemblemitglieder bespielen in Filmen das leere Theater oder schicken, wie Barbara Horvath, ein Gedicht von zu Hause. Thomas Lettow sitzt auf der Bühne und baut einen Turm aus Spielkarten, während er über die Fantasie spricht, die ein Gegenüber braucht, um kein Luftschloss zu sein. Oder die feine Cathrin Störmer (Foto), die einsam auf weiter Theaterflur ein Lied von The Ink Spots singt: "We Three: My Echo My Shadow And Me". Was für ein schönes Format in dieser Krisenzeit, Liebe erzeugend.

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Quelle:
SZ vom 21.03.2020
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