Theater:Millimeterarbeit in Kurdistan

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Theater: Anfangs wollten die Darsteller nur einmal in der Woche kommen, später kamen sie jeden Tag: Stefan Otteni (vorne rechts) bei Proben in Sulaimaniyya.

Anfangs wollten die Darsteller nur einmal in der Woche kommen, später kamen sie jeden Tag: Stefan Otteni (vorne rechts) bei Proben in Sulaimaniyya.

(Foto: Cécile Massie)

Der deutsche Regisseur Stefan Otteni führt im Nordirak mit Flüchtlingen ein persisches Stück auf. Und gewinnt viel.

Von Mounia Meiborg

Die irakischen Kurdengebiete galten lange Zeit als Paradies in einer unruhigen Region. Fern der umkämpften Hauptstadt Bagdad schien die autonome Region geradezu vorbildlich stabil und prosperierend. Dann kam der so genannte Islamische Staat, fiel über Jesiden, Christen, Muslime her und trieb Millionen in die Flucht. Seitdem sind viele kurdische Städte im Nordirak zu Flüchtlingslagern geworden. Eines der größten ist die Zwei-Millionen-Stadt Sulaimaniyya. Hier feierte der deutsche Regisseur Stefan Otteni soeben Premiere mit seinem Stück "Die Konferenz der irakischen Vögel". Otteni, geboren 1966, arbeitet üblicherweise an Stadt- und Staatstheatern und in freien Projekten in Karlsruhe, Münster und Potsdam. Und nun Sulaimaniyya. Das Ensemble besteht aus Kindern und Erwachsenen und spielt in verschiedenen Flüchtlingslagern. Es sind 45 Grad im Fastenmonat Ramadan. Oft fällt der Strom aus. Ein Glücksfall an diesem Abend: Das rote Licht in der Küche leuchtet, der Strom läuft. Otteni kann telefonieren.

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