Theater in Teheran Zwischen allen Stühlen

Farzaneh Arastu war eine erfolgreiche Schauspielerin in Iran. Dann ließ sie sich operieren. Heute nennt er sich Saman und tritt als Mann auf. Die Geschichte einer Wandlung.

Von Paul-Anton Krüger

Sieben Jahre lang durfte Saman Arastu nicht Theater spielen. Das Ministerium für Kultur und Islamische Führung, das jede Aufführung in Iran bewilligen muss, hat es nicht erlaubt. Aber jetzt steht er wieder auf der Bühne. In einem winzigen Hinterhoftheater namens Fanus, in einer dunklen Seitenstraße beim Haft-e-Tir-Platz in Teheran.

Man betritt das Theater durch ein Metalltor und eine Einfahrt wie zu einer Garage. Der Raum bietet Platz für höchstens fünfzig Zuschauer. Gegenüber liegt der Personal- und Lieferanteneingang des größten Kaufhauses ...