Theater - Hamburg:Choreografin Oona Doherty eröffnet Kampnagel-Sommerfestival

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Hamburg (dpa/lno) - Feministische Perspektiven auf Ballett, Musiktheater über Andy Warhol und Klarinette spielende Moskitos: Beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel sind von Mittwoch an bis zum 28. August wieder zahlreiche Produktionen der internationalen Tanz-, Theater-, Performance- und Musikszene in Hamburg zu sehen. "Weltoffenheit, kritischer Diskurs und Zukunftsvisionen sind unsere Antwort auf eine Welt im akuten Krisenmodus", sagte Festival-Leiter András Siebold. Eröffnet wird das Festival unter anderem mit der Weltpremiere von "Navy Blue" der irischen Choreografin Oona Doherty zu Musik von Rachmaninow und Jamie xx, Gründungsmitglied der britischen Indie-Pop-Rock-Band The xx.

Außerdem sind zwei weitere große Tanzproduktionen zu sehen: Florentina Holzinger präsentiert "A Divine Comedy" und die australische Company Marrugeku, die ihre Stücke mit einem Ensemble indigener Tänzerinnen und Tänzer entwickelt, das Stück "Jurrungu Ngan-ga" (Klartext). Die Arbeit ist inspiriert von dem Buch "Kein Freund außer den Bergen" des kurdisch-iranischen Autors Behrouz Boochani, in dem er sein Leben in einem australischen Geflüchtetenlager schildert. In der Reihe "Diasporic Echoes" präsentiert das Festival Künstlerinnen und Künstler, die von globalen Krisen und der Suche nach Zugehörigkeit erzählen.

Popart-Ikone Andy Warhol ist das Musical "Trouble" gewidmet, mit dem Filmregisseur Gus van Sant ("Milk" oder "My Private Idaho") erstmals fürs Theater geschrieben und inszeniert hat. Der kanadische Multi-Instrumentalist und DJ Kid Koala bringt ein Filmset im Miniatur-Format auf die Bühne und erzählt mit 75 Puppen, acht Kameras, Streichertrio und Geräuschemachern die Geschichte eines Klarinette spielenden Moskitos. Die australische Gruppe Back to Back Theatre, deren Protagonisten behinderte Menschen sind, will mit ihrem Stück gesellschaftliche Normen hinterfragen.

In der Innenstadt eröffnet Kampnagel im leerstehenden Karstadt Sports Kaufhaus von Donnerstag an das temporäre "Deutsche Museum für Schwarze Unterhaltung und Black Music" und zeigt dort eine Sammlung von Schallplatten, Magazinen, Autogrammen und Erinnerungsstücken aus der Schwarzen deutschen Kultur- und Popgeschichte. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Live-Programm.

© dpa-infocom, dpa:220809-99-327182/2

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