Musical "Linie 1" runderneuert:Zurückbleiben, bitte!

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Graues West-Berlin in Technicolor: Szene aus der Neuinszenierung von "Linie 1". (Foto: david baltzer / bildbuehne.de)

Nach 2000 Aufführungen und drei Millionen Zuschauern weltweit präsentiert das Berliner Grips-Theater eine Neuversion des Erfolgsmusicals "Linie 1". Ob das unfallfrei abläuft?

Von Peter Laudenbach

Wenn das Berliner Grips Theater sein Musical "Linie 1" ziemlich genau 37 Jahren nach der Premiere runderneuert, ist das so etwas wie die Restaurierung eines nationalen Kulturguts. Oder zumindest ein Akt liebevoller Denkmalpflege eines offenbar unzerstörbaren Überbleibsels aus dem alten Westberlin. 1986, bei der Uraufführung, war das Musical ein Zeitstück aus der eher grauen, von Obdachlosen, Spießern, verkrachten Lebenskünstlern und schnorrenden Punks bevölkerten Berliner Gegenwart: "Haste mal 'ne Mark?" Knapp 2000 Grips-Aufführungen später ist es zum Historiengemälde gealtert, ein Sittenbild aus einer versunkenen Welt, als Berlin noch nicht gentrifiziert, der Bahnhof Zoo das Tor zur Welt und Kreuzberg noch kein Hipster-Biotop war.

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