Immer, wenn ich an den österreichischen Dichter Ernst Jandl denke, fällt mir, noch vor Ottos berühmtem Mops, seine poetische Verwechslung von links und rechts ein. Sie lautet wie folgt: „lichtung // manche meinen / lechts und rinks / kann man nicht / velwechsern. / werch ein illtum!“ Es handelt sich dabei um einen typischen Jandl: kurz, witzig, lautmalerisch, sprachspielerisch. Als Kalauer und in seiner Verknappung ist er, da vermeintlich leicht zu verstehen, auch leicht zu unterschätzen. Dies’ kleine Gedicht nicht politisch zu lesen, wäre jedoch ein großer Irrtum.
Kolumne: Wie redet ihr denn?„die welt ist laut / laut ist schön!“
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Ernst Jandl wäre am 1. August hundert Jahre geworden. Seine Gedichte sind spielerisch, oft kalauernd – und können als sprachliche Anleitung für die großen Auseinandersetzungen unserer Zeit gelesen werden.
Von Teresa Präauer
