Taschenbücher:Zwei Vorlesegeschichten

Die sehr liebevoll erzählte Weihnachtsgeschichte aus Schweden handelt von einem kleinen Jungen, der einen neuen Vater findet. Und in dem Band von Paddington erzählt der kleine Bär in Briefen seine Geschichte.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Stig, von seiner Mutter zärtlich Zwiebelchen genannt, wünscht sich zu Weihnachten vor allem: ein Fahrrad. Aber ein Fahrrad ist für seine allein erziehende Mutter unerschwinglich, und sein zweiter Wunsch, dass er endlich seinen Papa kennenlernen möchte, scheint noch viel unerfüllbarer zu sein, denn seine Mama will mit seinem Papa nichts zu tun haben. In der Schule geht es ihm auch nicht gut, denn der Angeber Elmar mit seinem super-tollen Fahrrad macht sich hinter seinem Rücken darüber lustig, dass Stig keinen Vater hat. Und schon ist Zwiebelchen in eine schlimme Prügelei verwickelt, und am Ende behauptet er, sein Papa lebe in Stockholm, und er würde ihn demnächst besuchen. Danach geht es ihm noch schlechter. Doch so richtig in Not gerät er, als er im Wald ein Kinderfahrrad findet, es mit nach Hause nimmt und im Schuppen versteckt. Dummerweise meldet ein Kind aus der Schule dann genau dieses Fahrrad als gestohlen, und als Stigs Mutter das Fahrrad findet und ihn zur Rede stellt, beschließt er, mitten im Winter mit dem Fahrrad nach Stockholm zu seinem Papa zu radeln. Und so könnte Zwiebelchens Geschichte ziemlich schlecht ausgehen, doch zum Glück gibt es Karl, den die Erwachsenen einen "komischen Vogel" nennen, der aber Zwiebelchens Freund ist. Und Karl weiß, was zu tun ist.

Frida Nilsson entwickelt ihre Geschichte auf typisch schwedische Weise, liebevoll und ganz auf der Seite des Kindes, und natürlich schenkt sie ihrem kleinen Helden ein weihnachtliches Happy End. (ab 8 Jahre und zum Vorlesen)

Frida Nilsson: Frohe Weihnachten, Zwiebelchen! Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Bilder von Anke Kuhl. Gulliver, 2017 Weinheim 2017. 140 Seiten, 6,95 Euro.

Als Michael Bond, der in diesem Jahr starb, am Heiligabend 1956 einen kleinen Teddybären für seine Frau kaufte, nannte er ihn Paddington, nach dem berühmten Londoner Bahnhof, und fing an, Geschichten über ihn zu schreiben. Er ahnte nicht, dass dieser Teddy der beliebteste Bär der Kinder in aller Welt werden würde. Als seine Abenteuer 2014 verfilmt wurden, wird er auch noch ein Filmstar. Nach all den Geschichten über ihn kommt Paddington in diesem Taschenbuch nun selbst zu Wort und erzählt in Briefen an seine geliebte Tante Lucy in Peru von seinem neuen Leben in London. Sie hatte ihn an Bord eines Schiffs auf dem Weg nach England geschmuggelt, denn sie lebte in einem Heim für pensionierte Bären in Lima und fand, das sei kein Ort für ein munteres Bärenkind. Da hat er es in London besser getroffen, und er erzählt, wie die Familie Brown ihn auf dem Bahnhof Paddington findet und liebevoll aufnimmt. Und wir erfahren von seiner Reise als blinder Passagier und all den Abenteuern in der großen Stadt. (ab 8 Jahre )

Michael Bond: Liebe Grüße von Paddington. Aus dem Englischen von Tatjana Kröll. Mit Illustrationen von Peggy Fortnum & R.W. Alley. Carlsen Taschenbuch (1677) Hamburg 2017. 144 Seiten, 6,99 Euro.

© SZ vom 08.12.2017
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