Taschenbücher:Zum Schmökern

Eine mystische Feriengeschichte aus Island, mit sehr vielen Elfen und die Geschichte einer Affendame, die ihren Chef rettet.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Doch, allen Unkenrufen zum Trotz gibt es sie noch, die Kinder und Jugendlichen, die dicke Wälzer lieben und sich freuen, wenn sie in den Ferien endlich mal wieder Zeit zum genüsslichen Schmökern haben. Dazu eignen sich die Fantasy-Romane von Nina Blazon ganz besonders. Wie in ihren früheren Kinderbüchern "LAQUA" und "Lillesang" erzählt sie auch in "Silfur - die Nacht der silbernen Augen" von Kindern, die in den Ferien in ein fremdes Land reisen und mit alten Mythen in Berührung kommen, die sie in große Gefahr bringen. Diesmal ist es Island, ein Land voller Geheimnisse und alter Mythen, in dem sich die Menschen auch heute noch Geschichten von Elfen, Zwergen und Geistern erzählen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Brüder Tom (13) und Fabio (10), deren Eltern für die Ferien ein Haus in Reykjavík gemietet haben, das die alleinerziehende Mutter Björk im Sommer an Urlauber vermietet. Ihre Tochter Elin ist damit nicht einverstanden, denn sie muss in dieser Zeit bei ihrem Großonkel Gunnar wohnen.

Um die Jungen zu ärgern, klettert sie immer wieder über das Dach oder einen Baum in ihr vermietetes Zimmer, klaut deren Sachen und führt sie mit Zetteln und Botschaften an der Nase herum. Tom findet das Spiel toll und versteht sich sofort mit Elin, Fabio aber ist eifersüchtig und fühlt sich abgehängt. Er ist klein für sein Alter und leidet darunter, dass Tom alles besser kann als er. Doch in Island stellt sich heraus, dass Fabio eine besondere Gabe hat. Er kann Elfen sehen, die ihn in Gestalt von Libellen mit leuchtend silbernen Augen umschwirren. Sie locken ihn in eine unheimliche Welt, wo er einem alten Geheimnis von Elins Familie auf die Spur kommt. Mutig vermittelt er zwischen Elfen und Menschen und wird so zum eigentlichen Helden dieses gruseligen Märchens aus Island. (ab 10 Jahre)

Blazon, Nina: Silfur - die Nacht der silbernen Augen. Cbt (31216) 2018. 472 Seiten, 9,99 Euro.

Begleitet von vielen großartigen Illustrationen erzählt der norwegische Autor und Grafiker Jakob Wegelius die Geschichte der Affendame Sally Jones, die Anfang des 20. Jahrhunderts von Lissabon aus eine lange Reise auf sich nimmt, um ihren besten Freund und Kapitän Henry Koskela, genannt Chief, aus dem Gefängnis zu retten. Nach vielen dramatischen Abenteuern gelangt Sally schließlich bis nach Indien, wo es ihr gelingt, den Beweis für die Unschuld ihres Chiefs zu finden und ihn aus dem Gefängnis zu befreien. Ein großartiges Abenteuerbuch, ein Gesamtkunstwerk, von Gabriele Haefs bestens übersetzt. (ab 12 Jahre)

Jakob Wegelius: Sally Jones- Mord ohne Leiche. Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs. Carlsen Taschenbuch (31696), Hamburg 2018. 624 Seiten, 10,99 Euro. Deutscher Jugendliteraturpreis.

© SZ vom 03.08.2018
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB