Taschenbücher:Lesen macht stark

Zwei Taschenbücher, in denen sich kleine Helden, einmal ein Vampir, das andere mal ein starker kleiner Junge, der sich als Superman verkleidet, gegen alle Widrigkeiten durchsetzten. Happy Ends inbegriffen.

Von Hilde Elisabeth Menzel

"Ohne Vamperl geht es nicht"

KIT

Renate Welsh: Ohne Vamperl geht es nicht. Mit Illustrationen von Heribert Schulmeyer. Dtv junior (71765), München 2017. 144 Seiten, 6,95 Euro.

Die Wiener Schriftstellerin Renate Welsh wurde am 22. Dezember 2017 achtzig Jahre alt. Sie kann auf ein umfangreiches Werk zurückblicken und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1980 den Deutschen Jugendliteraturpreis für ihren Jugendroman "Johanna". Aber geliebt wurde sie von den Kindern vor allem für ihre Fantasygeschichte "Das Vamperl", die ein Bestseller und Kinderbuch-Klassiker wurde, und zu dem sie auf Wunsch der Kinder noch drei Fortsetzungen schrieb.

Anders als "Dracula" und die anderen Furcht erweckenden Vampire aus Mythologie und Weltliteratur ist das "Vamperl" ein liebenswerter kleiner Vampir, der immer dann zur Stelle ist, wenn die Menschen Böses im Sinne haben. Dann saugt das "Vamperl" das Gift aus ihrer Galle und bekehrt sie zum Guten. Entdeckt wurde das Vamperl von der patenten Frau Lizzi, die es eines Tages aus einem Spinnennetz pflückt und fortan seine Abenteuer begleitet, bis das Vamperl auf der Suche nach einer Frau nach Transsilvanien reist.

Der vierte Band "Ohne Vamperl geht es nicht" liegt nun als Taschenbuch vor. Held ist hier Vamperls Sohn Purzel, der bei Frau Lizzi geblieben war, als das Vamperl sie mit seiner Frau Vamperline und den Söhnen Schnurzel und Purzel in Wien besuchte. Doch anders als sein Vater scheint sich Purzel über Bosheiten und Missgeschicke der Menschen zu amüsieren. Als er auch noch eine Vorliebe für Blutwurst entwickelt, fürchtet Frau Lizzi, dass in ihm ein echter Vampir stecken könnte. Zum Glück kann der Nachbarjunge Hannes Frau Lizzi davon überzeugen, dass Purzel nicht böse, sondern nur ein bisschen übermütig ist, und es gibt ein Happy End. (ab 9 Jahre und zum Vorlesen)

Leseprobe

"Super Bruno"

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Håkon Øvreås: Super Bruno. Aus dem Norwegischen von Angelika Kutsch. Illustrationen von Øyvind Torseter. Dtv Reihe Hanser, München 2017. 134 Seiten, 7,95 Euro.

In dem vielfach preisgekrönten Kinderbuch "Super Bruno" aus Norwegen geht es um den Jungen Bruno, der unglücklich und verwirrt ist, weil sein geliebter Großvater gestorben ist.

Und ausgerechnet jetzt zerstören drei ältere Jungs aus dem Dorf die Hütte am Waldrand, die er sich zusammen mit seinem Freund Matze gebaut hatte. Aber nachts wird er - ermutigt von seinem toten Opa, der ihm von eigenen Abenteuern erzählt - zum Superhelden, der sich vor nichts fürchtet. Und so trickst er zusammen mit Matze und Laura die Großen aus. Das gibt ihm Kraft, endlich um seinen Opa zu trauern. Eine hinreißende Mutmach-Geschichte mit großartigen Illustrationen. (ab 9 Jahre).

© SZ vom 19.01.2018
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