Taschenbücher: Lesefutter

Zwei Bücher, die in jede Reisetasche passen. Einmal ein Bilderbuch für Kleine, es erzählt vom Anderssein. Und für größere Mädchen eine fantastische Erzählung über ein besonderes Mädchen mit Zauberkräften.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Helga Bansch nimmt unter den deutsch-sprachigen Bilderbuchkünstlerinnen und -künstlern mit ihrer ganz eigenen farbenprächtigen Bildsprache und ihren in den Texten versteckten kleinen Botschaften einen Spitzenplatz ein. Schon das Cover zu "Ein schräger Vogel" zieht sofort den Blick des Betrachters auf sich. Ein wahrlich "schräger" Vogel schreitet unter den irritierten Blicken seiner Artgenossen majestätisch über die Tastatur eines Klaviers.

Unser Held ist der fröhliche Rabe Robert, der allen zeigen will, wie schön er das Leben findet. Aber wenn er singt und tanzt und sich bunt und lustig anzieht, wird er ausgelacht und geächtet. Raben sind nun einmal schwarz und verhalten sich gesittet und dezent. Traurig und einsam verlässt er seine Familie. Unterwegs trifft er auf eine bunte Schar exotischer Vögel, die ihn willkommen heißen und mit denen er singen, tanzen und seine Rabenwitze erzählen kann. Inzwischen vermissen ihn die Raben zu Hause. "Das Vogelleben ohne Robert ist ganz schön langweilig", und als ein durchreisender, bunter Rabe für sie singt, wendet sich das Blatt, und auch Robert ist wieder willkommen.

Erschienen ist dieses bunte, fröhliche Bilderbuch - ein kleines Lehrstück zum Thema "Anderssein" - in der Minimax- Taschenbuch-Reihe, deren schöne Bilderbücher sich leicht in den Rucksack oder die Reisetasche packen lassen für langweilige Pausen unterwegs. (ab 4 Jahren)

Helga Bansch: Ein schräger Vogel. Minimax Beltz & Gelberg, Weinheim 2019. 27 S eiten, 6, 50 Euro.

Ein ungewöhnliches, mutiges Mädchen mit Zauberkräften, fantasievolle Einfälle und spannende Abenteuer, dazu eine Sprache, die den Leser nicht mehr loslässt: Valija Zink liefert mit ihrem Zauberroman beste Ferienlektüre, vor allem für Mädchen.

Es geht um Penelop, die mit ihrer Mutter und Großmutter und der Katze Cucuu in einem Dorf lebt. Sie ist zehn Jahre alt und glaubt, ihr Vater sei gestorben, als sie noch ein Baby war. Außer ein paar Besonderheiten - sie weiß zum Beispiel immer schon im Voraus, was ihre Mutter sagen wird, und der seltsame Regen, der immer an ihrem Geburtstag regnet, ohne nass zu machen - ist alles normal. Aber dann verunglückt ihre Mutter und ist wochenlang im Krankenhaus. Und eines Morgens wacht Penelop auf und ihre aschblonden Haare sind plötzlich flammend rot. Gleichzeitig fängt die Straße an mit ihr zu reden, und sie kann ein bisschen fliegen, was sie so fasziniert, dass sie eifrig zu üben anfängt. Als ihre Mutter aus dem Krankenhaus kommt, ist sie entsetzt über Penelops rote Haare, und gesteht ihr endlich, dass ihr Vater doch nicht tot ist, sondern ein Zauberer ist, der sie wegen einer anderen Zauberin verlassen hatte. Und dass sie ihr seit zehn Jahren heimlich die Haare färbt aus Angst vor den vom Vater geerbten Zauberkräften.

Von nun an will Penelop unbedingt ihren Vater finden, und als die Mutter sie über Nacht allein lassen muss, macht sie sich auf, ihn zu suchen. Ein gefährliches Abenteuer, das aber glücklich ausgeht.

(ab 10 Jahren)

Zinck, Valija: Penelop und der funkenrote Zauber. Fischer KJB, Frankfurt 2019. 256 Seiten, 9 Euro.

© SZ vom 16.08.2019
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