Taschenbücher:Jungsbücher

Drei Titel mit männlichen Helden, einmal ein Abenteuer, dann verlässt einer sein schwieriges Zuhause und Fantasy für Kleine.

Von Hilde Elisabeth Menzel

Der elfjährige Alex lebt mit seinem Hund Carl Sagan bei seiner psychisch kranken Mutter in einer kleinen Stadt in Colorado. Sein Bruder Ronnie arbeitet in Los Angeles und schickt Geld, kümmert sich aber sonst nicht um ihn und die Mutter. Es könnte ein trauriges Leben für Alex sein, doch seine große Leidenschaft, der Weltraum, lenkt ihn ab. Und weil er davon träumt, eine selbst gebaute Rakete ins All zu schießen, fährt er samt Hund quer durchs Land zu einem Raketenfestival in die Wüste New Mexicos. Unterwegs findet er Freunde und erlebt unglaubliche Abenteuer. All das wird konsequent und sehr authentisch mit Alex naiver Erzählstimme berichtet, detailverliebt und gefühlvoll. (ab 10 Jahre)

Jack Cheng: Hallo Leben, hörst du mich? Aus dem Englischen von Bernadette Ott. Cbt (31246) München, 2019. 380 Seiten, 9,99 Euro.

Aus Australien kommt dieser poetische, in rhythmisierter Prosa geschriebene Roman, der von Uwe-Michael Gutzschhahn sensibel ins Deutsche übertragen wurde. Es ist die Geschichte dreier sehr unterschiedlicher Menschen, die sich zufällig begegnen und abwechselnd erzählen, wie sie Freunde werden. Da ist einmal der sechzehnjährige Billy, der von zuhause abhaut, weil sein Vater ihn schlägt und die Schule ein Horror für ihn ist. Und dann Old Bill, ein alter Mann, der nach dem Unfalltod seiner Tochter und dem damit zusammenhängenden Tod seiner Frau zum Alkoholiker wird und in einem abgestellten Waggon auf einem Güterbahnhof haust.

Dort trifft ihn Billy, der Unterschlupf in einem dieser Waggons sucht und rührend für den alten Mann zu sorgen beginnt. Und schließlich Caitlin, die bei McDonalds putzt, um ihrem reichen Elternhaus zu entkommen. Zwischen Billy und Caitlin entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, wohlwollend von Old Bill begleitet. Als die Behörde auf den Sechzehnjährigen aufmerksam wird, nimmt Billy ihn in sein leer stehendes Haus auf, das er seit dem Tod seiner Frau nicht mehr betreten hat. Die Freundschaft zu den beiden jungen Menschen hat ihm geholfen, mit dem Trinken aufzuhören und ins Leben zurückzufinden. Die Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises hat diese leise, ungewöhnliche Geschichte, die durch die Knappheit der Sprache jede Sentimentalität ausschließt, auf die Nominierungsliste 2017 gesetzt. (ab 13 Jahre)

Steven Herrick: Wir beide wussten, es war was passiert. Aus dem australischen Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn. Gulliver, Weinheim 2019. 207 Seiten, 7,95 Euro.

"Du bist mir nicht böse genug," sagt Billys Hamster-Papa, der ein berühmter Gangster ist. Deshalb muss Billy üben und mit einem ungeladenen Revolver "Pfoten hoch!" rufen. Wie wir auf dem Titelbild sehen, ist sein erstes Opfer ein Regenwurm, der keine Pfoten zum Hochheben hat! "Macht nichts", meint Billy, "war ja nur eine Übung!" Aber auch mit seinen anderen "Opfern" läuft die Sache nicht wie geplant - bis der Fuchs kommt und ihm einen überraschenden Sieg beschert, samt neuen Freunden. Ein hinreißendes kleines Bilderbuch mit lustigen Dialogen und Bildern voller Action und Witz! Zum Immer-wieder-Vorlesen. (ab 4 Jahre)

Catharina Valckx: Pfoten hoch! Aus dem Französischen von Julia Süßbrich. MINIMAX, Weinheim 2019. 35 Seiten, 6,50 Euro.

© SZ vom 15.03.2019
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