Wenn der Wind weht, spüre ich, wie die Panik in mir zu pochen beginnt. Es ist nicht der Wind meiner Jugend in New York, ein Wind, in dem man Drachen steigen lässt, der an den Regenrinnen rüttelt und Blätter verstreut, sondern ein Wind, der die Seele verätzt und Schlimmstes ankündigt. Ich meine windgetriebenes Feuer. Feuer, das alles vernichtet, auch unser eigenes, unersetzliches Fleisch, wenn es auf seinem Weg zum Meer durch die Bergpässe rast. Diesmal sind wir hier in Santa Barbara verschont geblieben, bisher zumindest. Aber bei Abfassung dieses Berichts wütet die Feuersbrunst, die am 7. Januar in Los Angeles ausbrach, immer noch unkontrolliert. Mit den Worten Joan Didions: „Die Winde zeigen uns, wie nah wir am Abgrund stehen.“
Schriftsteller T. C. Boyle über die Feuer in Los AngelesDu kannst nicht jedes Mal Glück haben
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Warum zieht ein Mensch, dessen Zuhause bei den Bränden in Los Angeles erneut nur knapp verschont blieb, nicht weg? Über die Macht der Hoffnung.
Gastbeitrag von T. C. Boyle
