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SZ-Serie: Kultur-Podcasts aus München, Folge 6:Kulturverkostung

Fußballfreunde mit Kunstfaible: Felix Mendoza, Florian Fitz und Anke Gröner haben mittlerweile 22 Podcast-Folgen aufgenommen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Unter dem Motto "Fehlfarben" unterhalten sich drei Freunde im Netz über Kunst - und über Wein

Kunst und Wein? Das kann nur eine gute Idee sein. Dabei kommen nicht nur schöne Gespräche, sondern auch vielversprechende Weinempfehlungen heraus. Das fanden die drei Freunde Felix Mendoza, Florian Fitz und Anke Gröner und gründeten den Kultur-Podcast "Fehlfarben". Hier reden sie über aktuelle Ausstellungen in München - nebenher verkosten sie drei Weine. Ihre Freundschaft begann allerdings abseits der Kunst, nämlich beim Fußball.

Kennengelernt haben sie sich auf Twitter, wo sie - allesamt fußballbegeistert - dem "Tweetpass München" folgen, einem Twitter-Fußballstammtisch. Bei einem der regelmäßigen Treffen stellten sie fest, dass sie sich alle irgendwie auch für Kunst interessieren und gründeten die inoffizielle "Sektion Kultur des #TPMUC". Und wie kunstbegeisterte Freunde das eben machen, besuchten sie zusammen Kunstausstellungen und trafen sich anschließend auf ein Bier oder einen Wein in der WG-Küche, um alles noch mal zu diskutieren.

So war die Idee zum "Fehlfarben"-Podcast geboren. Warum nicht auch andere an den Diskussionen teilhaben lassen und auf diese Weise vielleicht noch mehr Menschen dazu zu bewegen, ins Museum zu gehen? Und das ganze in gemütlicher WG-Küchenatmosphäre. Dabei darf dann auch der Genuss nicht fehlen. Der Gastgeber legt das Weinthema der jeweiligen Sendung fest, und jeder bringt zur Aufnahme einen passenden Wein mit, der dann verkostet wird.

Selbstverständlich stehen die Museumsbesuche und Kunstdiskussionen im Vordergrund. "Am Anfang haben wir versucht, immer gemeinsam in jede Ausstellung zu gehen und wollten auch immer ein passendes Weinthema zu jeder Sendung finden, aber die Organisation hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht", erklärt Felix Mendoza. "Zugegeben, es gab mal eine Sendung in der wir ausschließlich über Ausstellungen von Künstlerinnen gesprochen haben, da gab es dann nur Riesling von Winzerinnen, aber das war auch ein ganz schöner Aufwand." Oder wie Florian Fitz es gerne ausdrückt: "Einen Podcast zu machen, ist ein bisschen wie sich zum Joggen verabreden." Alleine mache man es eben nicht, aber wenn die Verpflichtung durch andere dabei ist, dann schon. Seit Sommer 2014 sind so schon 22 Folgen zusammengekommen, die mehr oder weniger regelmäßig einmal im Monat erscheinen. Obwohl es dem "Fehlfarben"-Team hauptsächlich um den Spaß geht, hoffen sie auch, mehr Menschen für Kunst begeistern zu können.

"Uns geht es darum, die Kunst von ihrem Sockel zu holen. Man muss keine Scheu vor dem Museumsbesuch haben, weil man glaubt, Kunst vielleicht nicht richtig zu verstehen. Das ist Quatsch, Kunst ist für alle da", sagt Anke Gröner. Da trifft es sich ganz gut, dass sich keiner der drei hauptberuflich mit Kunst beschäftigt. Zugegeben, Gröner hat in den vergangenen Jahren Kunstgeschichte studiert, arbeitet aber als Werbetexterin. Felix Mendoza kommt aus der Physik, sein Interesse für Kunst und Kultur hat er von zuhause mitbekommen. Und Florian Fitz? Der ist eigentlich Jurist, macht aber nebenher Musik und fotografiert mit Leidenschaft.

Wahrscheinlich ist es genau dieser autodidaktische Zugang zur Kunst, der "Fehlfarben" eben nicht nur wie einen weiteren Podcast zur Hochkultur Münchens wirken lässt. Die drei verschiedenen Perspektiven von Gröner, Mendoza und Fitz sind so nahbar und wenig abgehoben, trotzdem absolut informativ, dass alle Kunstinteressierten oder die, die es werden wollen, gerne zuhören.

Im Netz zu finden: www.fehlfarbenpodcast.wordpress.com, außerdem bei Facebook und Apple Podcasts.