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Staatsoper Stuttgart:Ein Präsident will sich verkriechen

Nixon in China; Oper Stuttgart

Richard Nixon (Michael Mayes, hier mit dem Staatsopernchor Stuttgart) näherte sich als US-Präsident bei einem Besuch noch den Chinesen an.

(Foto: Matthias Baus)

Das historische Treffen war ein Medienspektakel, auf der Bühne singen sechs einsame Menschen: Die Stuttgarter Oper zeigt "Nixon in China" ohne Folklore und Chinesen-Imitationen.

Von Reinhard J. Brembeck

Ganz am Schluss ist jede Kommunikation gestört. Auf der kargen, dunklen Bühne, die jetzt bis zum Publikum reicht, sitzt Dirigent André de Ridder auf einer Bank und dirigiert sein Orchester, das unsichtbar irgendwo im Stuttgarter Opernhaus sitzt und dessen peitschend rhythmisierte Klänge per Lautsprecher in den Saal übertragen werden. Auf der Bühne geben sich derweil Nixon, Mao, ihre Frauen und Zhou Enlai ihren Jugenderinnerungen hin. Es sind Kriegserinnerungen. Nixon überlebte den Militäreinsatz im Pazifik, Mao rebellierte gegen die Ausbeutung auf dem Land, versetzte ein Millionenreich in kommunistischen Aufruhr. Da liegt eine sanfte Melancholie in der Musik von John Adams, ein Beschwören der Romantik, deren Verlust John Adams, Jahrgang 1947, in seiner ersten Erfolgsoper "Nixon in China" (1987) immer wieder hemmungslos nachtrauert. In manchen Passagen imitiert er schamlos schön sein großes Vorbild Richard Wagner, natürlich unterlegt von den für Adams, aber nicht für Wagner typischen unermüdlich swingenden Rhythmen.

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