Streit um Verkauf von Kunstwerken WestLB-Kunst bleibt in Nordrhein-Westfalen

  • Die Kunstschätze der ehemaligen Landesbank WestLB bleiben in Nordrhein-Westfalen. Das hat ein Runder Tisch in Düsseldorf entschieden.
  • Portigon, Rechtsnachfolgerin der WestLB, wird die wichtigsten Werke an eine Stiftung verkaufen, die an das landeseigene Museum Kunstsammlung NRW angeschlossen werden soll.
  • Im Zuge der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank muss Portigon die Sammlung aus 380 Kunstwerken und drei Streichinstrumenten veräußern. Das hatte großen Protest hervorgerufen.

Die zum Verkauf stehenden Kunstschätze der ehemaligen WestLB bleiben mit Hilfe des Landes in Nordrhein-Westfalen (NRW). Das hat ein Runder Tisch mit Ministern, Kunstexperten und den Vorstandsspitzen der West-LB-Nachfolgerin Portigon entschieden. Die wichtigsten Werke werden demzufolge an eine Stiftung verkauft, die an das landeseigene Museum Kunstsammlung NRW angebunden werden soll.

Im Zuge der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank muss Portigon die Sammlung veräußern. Sie beinhaltet insgesamt 380 Kunstwerke und drei Streichinstrumente. Der Verkauf von Kunst aus einem landeseigenen Unternehmen hatte in NRW einen Proteststurm ausgelöst.

Werke von August Macke, Paul Signac und Pablo Picasso

Die unselbstständige Stiftung bekomme für den Ankauf der WestLB-Kunst von der landeseigenen NRW-Bank einen Kredit, teilte Kulturministerin Ute Schäfer (SPD) mit. Der Kredit werde über eine Landesbürgschaft abgesichert. Nach Informationen der Rheinischen Post will das Land NRW die auf bis zu 300 000 Euro pro Jahr veranschlagten Zinsen für den Kredit übernehmen.

"Die Anbindung an die Kunstsammlung, die sich zu 100 Prozent im Besitz des Landes befindet, hat den Vorteil, dass der Einfluss des Landes bestmöglich gewahrt bleibt", sagte Schäfer. Ob die Kunstwerke der Portigon AG als Gesamtpaket übernommen würden oder nur Teile davon, müsse noch fachlich beraten werden.

Zur WestLB-Sammlung gehören neben Werken von August Macke, Paul Signac, Pablo Picasso oder Günther Uecker auch wertvolle Musikinstrumente wie die Stradivari "Lady Inchiquin". Der Versicherungswert der Kunstwerke liegt bei etwa 28 Millionen Euro. Portigon hatte erklärt, die Objekte nur zu Marktpreisen veräußern zu dürfen.

Welche Kunstwerke die Stiftung kauft, ist noch unklar

Offen blieb zunächst, welche Kunstwerke die Stiftung ankaufen wird. Schäfer will zunächst die Musikinstrumente und neun Kunstwerke in das Verzeichnis national wertvollen Kulturguts aufnehmen lassen. Das kommt einem Ausfuhrverbot gleich. Weitere 60 Kunstwerke will sie prüfen lassen.

Im vergangenen Herbst hatte der indirekt dem Land NRW gehörende Kasino-Betreiber Westspiel zwei Siebdrucke von Andy Warhol für umgerechnet etwa 121 Millionen Euro in New York versteigern lassen. Die Bilder hingen zuvor im Kasino Aachen und waren ebenfalls von der Westdeutschen Landesbank (WestLB) gekauft worden.