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Stille in "Star Wars":Vorsicht, Stille im Namen der Kunst!

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Oh schnöde Blockbuster-Welt, wohin hast du uns mit deinen Knallspektakeln nur gebracht?

(Foto: AP)

Im neuen "Star Wars"-Film fehlt ein paar Sekunden lang der Ton. Zuschauer einer US-Kinokette konnten das nicht glauben. Nun wird offiziell gewarnt.

Im neuen "Star Wars"-Film "Die letzten Jedi" gibt es eine zehnsekündige Szene, in welcher die Tonspur komplett heruntergefahren wird.

Ein Trick der Filmemacher, um die Aufmerksamkeit des Publikums ganz auf die opulenten Bilder zu lenken. Dummerweise hat dieser Kniff bei einigen Zuschauern überhaupt nicht verfangen, sie dachten, es handele sich um einen technischen Fehler. Deshalb sah sich die amerikanische Multiplex-Kette AMC nun zum Handeln gezwungen. Die Betreiber hängten vor den Sälen, in denen sie den Film spielen, einen wirklich eindrucksvollen Warnhinweis auf. Der liest sich folgendermaßen:

"Bitte beachten Sie: ,Die letzten Jedi' enthält nach ungefähr einer Stunde und 52 Minuten eine Sequenz, in welcher der KOMPLETTE Ton für etwa zehn Sekunden gestoppt wird. Obwohl die Bilder auf der Leinwand weiterlaufen, werden Sie nichts hören. Dies wurde vom Regisseur absichtlich so gemacht, um einen kreativen Effekt zu erzielen."

Wim Wenders und Ingmar Bergman wären nach dieser Logik nur mit Beipackzettel zu genießen

Oh schnöde Blockbuster-Welt, wohin hast du uns mit deinen Knallspektakeln nur gebracht? Sind die Zuschauer wirklich so ausgiebig mit Lärm penetriert worden, dass sie zehn Sekunden der Stille nicht mehr ertragen? Und wie müssten analog die Warnhinweise für die großen Klassiker des Autorenfilms aussehen, wenn zehn Sekunden schon ein Problem sind?

Wim Wenders und Ingmar Bergman wären nach dieser Logik nur mit einem besonders langen Beipackzettel zu den von ihnen intendierten "kreativen Effekten" zu genießen.

Aber gut, um das tragische und tonlose Gesamtbild zu verstehen, muss man auch wissen, dass in einem AMC-Kino in Burbank vorige Woche bei "Star Wars" für die ersten zehn Minuten der Ton ausfiel. Dabei handelte es sich ausdrücklich nicht um einen "kreativen Effekt", sondern um einen technischen Fehler. Die Fans waren so sauer, dass die Polizei kommen und für Ruhe sorgen musste - und die Betreiber so besorgt, dass sie vorsichtshalber ihre Warnhinweise aufhängten.

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