LiteraturArlene wird vergesslich

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Ein absolutes Gehör für Zwischentöne und Überlagerungen: der Schriftsteller Stewart O’Nan.
Ein absolutes Gehör für Zwischentöne und Überlagerungen: der Schriftsteller Stewart O’Nan. Patrice Normand/Leextra

Ein Kleinod über das Altern: In Stewart O’Nans Roman „Abendlied“ passiert auf die schönstmögliche Weise so gut wie gar nichts. Die Hauptfiguren sind die Zwischentöne.

Von Thomas Steinfeld

Am Anfang fällt eine ältere Dame die Treppe herunter. Die Schlappen waren ihr zum Verhängnis geworden, als sie den Müll hatte herunterbringen wollen. Sie bricht sich Arm und Bein, und wäre sie nicht nach vielen Stunden von einem Nachbarn gefunden worden, wäre sie vermutlich gestorben. Jetzt liegt sie im Krankenhaus. Aber sie ist nicht allein. Jahrelang war sie die „Königin des Textmarkers und des farblich gegliederten Hefters“ gewesen, die Anführerin einer hauptsächlich aus Frauen bestehenden Gruppe betagter Menschen, die im Umkreis der Calvary Episcopal Church eine informelle Organisation zum Zweck der gegenseitigen Hilfe betreiben. Jetzt ist sie diejenige, um die sich die Damen kümmern. Und auch Oscar, der Kater, findet in diesem Kreis freundliche Aufnahme, seinen zuweilen abstoßenden Marotten zum Trotz.

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Sachbuch
:Der Mann, der sich an Wörtern stößt

David Hugendick ist erfolgreicher Journalist – und er stottert. Eine Eigenheit, die er in seinem Buch „Jetzt sag doch endlich was“ ergründet. So schön hat selten jemand über stockende Sprache geschrieben.

SZ PlusVon Patrick Bauer

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