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Star-Album (178):David Gulpilil

.. sagt manchmal Sätze wie diesen hier: "Siehst du, mein Vater und ich, und deshalb ist der Mond." Allein deswegen gehört er ins Star-Album.

Manchmal sagte er etwas, auf Englisch, was überhaupt keinen Sinn ergab, erzählt der Regisseur Peter Weir von den Dreharbeiten mit dem Aborigine-Akteur David Gulpilil, bei "The Last Wave". Sätze wie: "Siehst du, mein Vater und ich, und deshalb ist der Mond." Das war blödsinnig und unerklärlich, weil es sich auf eine Erfahrung bezog, für die es keine Worte gab: Geheimnisse der Wüste, Traumzeit, für die der weiße Mann keine Sinne hat ...

David Gulpilil

David Gulpilil ist geboren in Maningrida, Arnhem Land, im Northern Territory, er tanzt und malt und schreibt Bücher und ist ein Star im australischen Kino, das ihn aber als solchen nie behandelt, immer nur ausgebeutet hat. Gerade mal zehntausend Dollar hat er gekriegt für seine Rolle in "Crocodile Dundee", Millionen hat der Film eingespielt. Nun hat er erstmals die Rollen bekommen, die Behandlung erfahren, die ihm gebühren - dank Phillip Noyce und "Rabbit-Proof Fence", dank Rolf de Heer und "The Tracker", der in Kürze startet, um Davids 50. herum, der am 1.Juli fällig ist. Nicolas Roeg hat ihn 1971 entdeckt für "Walkabout", da hat Jung-David zwei englische Kids vor dem Tod in der Wüste gerettet. Dann kamen "Storm Boy" und "The Last Wave", "The Right Stuff" und "Crocodile Dundee", und Wim Wenders' "Bis ans Ende der Welt". Er ist ein Fremder geblieben, mit seinem schönen wortkargen Gesicht, das für einen edlen Wilden aber zu kantig ist. Captain Cangaroo, einer jener Menschen, wie man sie kennt aus den Filmen von John Ford.

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