SprachkritikKrieg den Phrasen! Aber proaktiv!

Lesezeit: 4 Min.

Im bairischen „Mei“ oder „Ja mei!“ überlagern sich so viele semantische Frequenzen, dass ihm mit dem Hochdeutschen nicht beizukommen ist.
Im bairischen „Mei“ oder „Ja mei!“ überlagern sich so viele semantische Frequenzen, dass ihm mit dem Hochdeutschen nicht beizukommen ist. SZ Illustration

„Und scho sama wieda draußn!“: Wer in einem Wiener Kaffeehaus einen „Caffè Latte“ bestellt, muss damit rechnen, dass der Ober ihn des Hauses verweist. Richtig so?

Gastbeitrag von Michael Maar

In „Sodom und Gomorrha“, dem vierten Band der „Suche nach der verlorenen Zeit“, führt uns Marcel Proust eine sehr komische Restaurantszene vor. Der Baron de Charlus fordert zum Dessert eine bestimmte Birnensorte. Gebieterisch verlangt er eine Bon chrétien; von der sei schon bei Molière die Rede gewesen. Oder vielleicht eine Birne, die zurzeit in der Nähe geerntet werde, die Gute Luise von Avranches? Noch besser aber: „Ober, haben Sie die Doyenné des Comices?“

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Kolumne „Wie redet ihr denn?“
:O, schöne Ivanka, bitt für uns!

Raulederloafer, Lodenmantel, Tweedsakko, Goldschmuck: Selbst junge Menschen kleiden sich jetzt im „Old Money“-Stil.  Geld spielt keine Rolle, soll das signalisieren. Über eine bezeichnende Fehlwahrnehmung.

SZ PlusVon Teresa Präauer

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