Licht aus, Spot an – und mit einem Schlag hat man es vor sich: das Publikum, dessen Teil man ist, als Spiegelbild zur Selbstbetrachtung. Wie ein großes Gruppen-Selfie. Das ist erst mal ein lustiges Suchspiel: Finde dich selbst, das kleine Ich im großen Wir. Dann fasst man einzelne andere ins Auge. Wer fällt auf? Wer sticht heraus? Die Ersten fangen an zu winken, Zeichen zu geben, auf sich aufmerksam zu machen. Einer setzt seinem Vordermann mit Zeige- und Mittelfinger Hörner auf. Aber es dauert, bis Bewegung in die Menge kommt und die Leute sich trauen. Aufstehen zum Beispiel. Sich wiegen und biegen. Aus sich heraustreten. Auftrumpfen gar.
„Spiegelneuronen“ bei den Salzburger FestspielenDemokratie, Emokratie
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In dem Stück „Spiegelneuronen“ wollen Stefan Kaegi und Sasha Waltz das Publikum zum Tanzen animieren, um es zum Denken zu bringen. Kann das gutgehen?
Von Christine Dössel
