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Identitätspolitik:Was macht Spanien aus?

Proteste in Spanien

In mehr als 50 Städten Spaniens haben Tausende Menschen mit Autokorsos gegen eine umstrittene Bildungsreform der linken Regierung protestiert.

(Foto: dpa)

Spanien erlebt gerade eine der zornigsten Debatten seit dem Ende der Franco-Diktatur: Bleibt Spanisch vorgeschriebene Unterrichtssprache? Und Religion Pflichtfach? Über ein Land und seine Suche nach Identität.

Von Karin Janker

Spanien streitet um seine Sprachen und damit um seine Identität. Begonnen hat der gefühlte Niedergang des Spanischen damit, dass kaum jemand mehr "Español" spricht. Politisch korrekt sprechen die meisten Spanier inzwischen "Castellano", also Kastilisch. So heißt in Spanien jene Sprache, die man im Rest der Welt einfach Spanisch nennt. Seit einiger Zeit jedoch verstehen immer mehr Spanier Español als Anmaßung. Denn es klingt, als gäbe es nur eine spanische Sprache, dabei gibt es viele: Das Baskische, das Katalanische, das Galicische und das Aranesische sind ebenfalls Amtssprachen. Der sensibilisierte Spanier erkennt im Español den imperialistischen Anspruch einer einstigen Weltmacht und distanziert sich davon symbolisch. Er bescheidet sich damit, Kastilisch zu sprechen.

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