"Space Jam 2: A New Legacy" im Kino:Bugs Bunny im Cyberspace

"Space Jam 2: A New Legacy" im Kino: Basketball-Superstar LeBron James und sein Kumpel Bugs Bunny in "Space Jam 2: A New Legacy".

Basketball-Superstar LeBron James und sein Kumpel Bugs Bunny in "Space Jam 2: A New Legacy".

(Foto: AP/Warner)

"Space Jam 2: A New Legacy" vereint wieder Basketball- und Zeichentrickstars im Kampf gegen das Böse.

Von Sofia Glasl

Unter dem Dach des Studios Warner ist mittlerweile eine Vielzahl von Franchises und Blockbuster-Reihen vereint: "Harry Potter", "Game of Thrones", "The Matrix" und sämtliche Figuren des Verlags DC, allen voran Superman, Batman und Wonder Woman.

Dieses Konglomerat ist nun Kulisse eines Familienfilms: "Space Jam 2: A New Legacy". Schon vor 25 Jahren war die Kombination aus den Cartoonfiguren um Bugs Bunny, den Looney Tunes und Basketball-Star Michael Jordan der Marketingtraum jedes Studios. Vom Kuscheltier bis zum Sporttrikot war alles vermarktbar. Die Story war damals, gelinde gesagt, etwas dünn - Jordan und die Looney Tunes mussten gegen außerirdische Super-Sportler antreten.

In dieser Hinsicht hat das Team bei dieser Fortsetzung viel richtig gemacht. Sie haben den titelgebenden Space vom Weltraum zum Cyberspace umgedacht, wodurch der Konflikt lebensnaher wird: nämlich zwischen realer und digitaler Welt. Auf dem sogenannten Serverversum sind all diese Filmwelten dauerverfügbar und werden von der künstlichen Intelligenz Al-G Rhythm verwaltet, deren Name mit Rapper-Anmutung laut ausgesprochen Programm ist. Dieser Algorithmus nun will das System Franchise noch einen Schritt weiter bringen und reale Personen in bestehende Filme hineinkopieren. Doch gleich die erste Versuchsperson lehnt ab: Der NBA-Superstar LeBron James will einfach nur Basketball spielen. Das erzürnt den Algorithmus so, dass er LeBrons Sohn Dom kidnappt und in die digitale Welt hineinsaugt.

Der Vater-Sohn-Konflikt ist ein Kampf zwischen Digital Natives und der Nintendo-Generation

Dom ist begeistert von diesem Paralleluniversum, denn insgeheim will er nicht in die Fußstapfen des Vaters treten, sondern Spieldesigner werden. Der Konflikt ist also klar ein menschlicher: Um seinen Sohn zu retten und zugleich dessen Berufswunsch zu verstehen, muss LeBron im digitalen Raum ein Basketballmatch gegen Al-Gs Allstar-Mannschaft spielen, das hier im Serverversum natürlich anderen Regeln folgt, als er sie vom analogen Sportplatz gewohnt ist. Dem Verlierer droht: Löschung. Der Vater-Sohn-Konflikt wird so auch zu einem Kampf zwischen Digital Natives und Nintendo-Generation, und nicht zuletzt auch zwischen digitalen Animationstechniken und klassischem Zeichentrick.

LeBrons Team nämlich sind die handgezeichneten Looney Tunes. LeBron trommelt sie auf einer Reise zusammen, die einer Cartoon-Revue gleicht: Yosemite Sam spielt Piano in Rick's Bar aus "Casablanca", Speedy Gonzales weicht Kugeln aus wie Neo in "Matrix" und Lola Bunny ist bei den Amazonen um Wonder Woman in die Lehre gegangen. Aus dem sexy Häschen ist eine Übersportlerin geworden. Was im ersten Drittel dieses Films wie eine Marketing-Tour-de-Force wirkt, und auch ist, kratzt durch solch schlaue Updates noch rechtzeitig die Kurve.

Space Jam 2: A New Legacy, USA 2021 - Regie: Malcolm D. Lee, Buch: Juel Taylor, Tony Rettenmaier. Mit: LeBron James, Don Cheadle. Warner, 115 Minuten.

© SZ/dbs
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