Ice Cube - N.W.A.

Auf einer Skala von 1 bis 10, so berühmt waren N.W.A.: 9 (plus FBI-Bonus von 100)

Die Niggaz Wit Attitudes (unter anderem Ice Cube, Dr. Dre und Eazy-E) als eine der ersten Gangsta-Rap-Gruppen machten international auf sich aufmerksam mit ihrem Album "Straight Outta Compton" (1988) - allerdings anfangs nur auf Normalniveau. Ein anderer Faktor verhalf zu größerem Ruhm: Den Song "Fuck tha Police" wollte das FBI verbieten lassen, weil er zu Gewalt gegen Cops aufrief - die Plattenfirma solle den Vertrieb des Albums sofort einstellen. Ob sich die Plattenfirma je für die kostenlose PR bedankt hat, ist nicht überliefert, aber nachdem der Brief in Umlauf kam, wollte plötzlich jeder die Platte unbedingt haben.

Es war vorbei als Ice Cube, einer der Hauptrapper der Band, die Gruppe 1989 verließ - in heftigem Streit mit Manager Jerry Heller um die Verteilung der Einnahmen. Ähnliches Szenario zwei Jahre später. Nach finanziellen Streitigkeiten mit Eazy-E und dem Rest der Gruppe lösten N.W.A. sich endgültig auf.

Und dann? Dr. Dre wurde einer der erfolgreichsten Produzenten des Genres und disste sich - Snoop Dogg im Schlepptau - mit Eazy-E auf Alben hin und her. Ice Cube hielt sich da ziemlich raus.

Solokarriere: Läuft. Lief. Läuft - schwer zu sagen. Sein Debütalbum AmeriKKKa's Most Wanted (1990) erreichte innerhalb von zwei Wochen Gold-Status, später Platin, insgesamt veröffentlichte Ice Cube neun Soloalben und gründete Ende der Neunziger sein eigenes Label Lench Mob Records. Aber dann sind da zwischen diversen anderen Ausflügen in die Schauspielerei so fiese Ausrutscher wie "Anaconda", "Sind wir schon da?" und der zweite Teil von "Triple XXX". Vielleicht nicht, weil er die Drehbücher gut fand. Sondern einfach, weil ihm keiner was kann. Hoffentlich. Von Anja Perkuhn

Bild: Alberto E. Rodriguez/AFP 1. August 2015, 18:172015-08-01 18:17:37 © SZ.de/klf/leja