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Pop-Musik als Geldanlage:Shakira verkauft ihre gesamten Songrechte

Shakira

Hits don't lie: Shakira in Barcelona

(Foto: Manu Fernandez/AP)

Der Käufer, das Unternehmen Hipgnosis, hat gerade erst 50 Prozent am Katalog von Neil Young erworben.

Nach Neil Young hat auch Sängerin Shakira ihre Songrechte an das Unternehmen Hipgnosis verkauft - und zwar ihren gesamten bisherigen Katalog. Young hatte den Briten nur 50 Prozent seiner gesammelten Verlagsrechte abgetreten. Der von Merck Mercuriadis geleitete Hipgnosis Songs Fund verwaltet geistiges Eigentum und Liedrechte. Der Wert der Firma wird auf aktuell etwa 1,4 Milliarden Dollar geschätzt. Unter anderem gehören ihr die Kataloge der Band Blondie, von Taylor-Swift-Kompagnon Jack Antonoff und dem R'n'B-Künstler The-Dream. Allein in diesem Jahr haben sie zusätzlich die Rechte an Werken von Produzent Jimmy Iovine und dem Fleetwood-Mac-Gitarristen Lindsey Buckingham erworben.

Bei Shakira umfasst der Verkauf 145 Songs, darunter Welthits wie "Wherever, Whenever" oder "Hips Don't Lie". Wie das Magazin Billboard meldete, sind künftige Kompositionen in dem Deal nicht enthalten. Der gezahlte Preis blieb geheim. Der Verkauf folgt einem Trend: Investment-Firmen kaufen seit einigen Jahren vermehrt Musikrechte, weil sie auf stabile Renditen spekulieren. Die zum Universal-Konzern gehörende Common Music Group kaufte vor einigen Wochen für mehrere hundert Millionen Dollar die Rechte an Bob Dylans Gesamtwerk, insgesamt 600 Aufnahmen.

Insider zweifeln nicht daran, dass sich der Schritt lohnt:"Ein Lied von Neil Young oder Blondie, das seit 40 Jahren Geld abwirft, ist mindestens so sicher wie zum Beispiel eine Anleihe aus der Chemieindustrie", sagte etwa Hartwig Masuch, Chef der Bertelsmann-Musikrechtedivision BMG Rights Management, die unter anderem die Rolling Stones, Quincy Jones und Roger Waters vertritt, kürzlich der SZ. Am Ende, so Masuch, sei das Investment wohl sogar sicherer, "weil es kaum Ressourcen kostet, einen Song zu verwalten."

© SZ/dpa/biaz/cag
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