Nahost-Konflikt„Welche Entscheidung man auch trifft, es tut immer weh“

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Wie wird man der Kunst gerecht? Pro-Palästina-Proteste vor dem Royal Concertgebouw in Amsterdam.
Wie wird man der Kunst gerecht? Pro-Palästina-Proteste vor dem Royal Concertgebouw in Amsterdam. (Foto: IMAGO/Ramon van Flymen)

Amsterdam streitet um ein Chanukka-Konzert, bei dem ein selbsternannter „IDF-Kantor“ singt. Und wieder einmal erweist sich Moral in erster Linie als eine Form von Performancekunst.

Gastbeitrag von Arnon Grunberg

„Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und breit“, schrieb Kafka, und Kafka ist immer hilfreich. Welche Aufgabe stellte sich in diesem Jahr zu Chanukka in Amsterdam? Die Stiftung „Chanukka Concert“, die alle zwei Jahre ein Chanukka-Konzert im Amsterdamer Concertgebouw organisiert, hatte einen Vorsänger eingeladen, der bereits einmal dort gesungen hat und selbst den inoffiziellen Titel „IDF-Kantor“ verwendet. Dieser Mann namens Shai Abramson liebt nicht nur Gott, sondern, wie aus Videos hervorgeht, auch die israelische Armee. Eine Armee, die heutzutage vielerorts vor allem als rücksichtslos und menschenrechtsverletzend angesehen wird (um härtere Umschreibungen zu vermeiden). Als Aktivisten das Concertgebouw dann im Sommer informierten, dass dort zu Chanukka in den Augen besagter Aktivisten ein „Völkermord-Vorsänger“ auftreten würde, klingelten die Alarmglocken.

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