Schweden trauert um Henning Mankell "Er war ein großartiger Mensch"

Henning Mankell auf einem Archivbild von 2014

(Foto: picture alliance / dpa)
  • Schweden reagiert betroffen auf die Nachricht vom Tode Henning Mankells.
  • Mankell ist im Alter von 67 Jahren gestorben.
  • Der Bestsellerautor wurde vor allem mit seinen Wallander-Krimis berühmt, viele davon wurden auch verfilmt.
  • Im vergangenen Jahr machte Mankell seine Krebserkrankung öffentlich, der er nun erlegen ist.

Schweden trauert

Mit Trauer ist in Schweden die Nachricht vom Tod des Autors Henning Mankell aufgenommen worden. Der TV-Darsteller des Kommissars Kurt Wallander, Schauspieler Krister Henriksson, sagte der Zeitung Expressen: "Ich fühle einfach eine große, unendliche Leere. Weil Henning einen großen Platz in meinem Leben einnahm. Wir waren sehr, sehr gute Freunde. Henning war ein großartiger Schriftsteller, jeder weiß das. Er war wirklich ein großartiger Mensch."

"Henning Mankell war einer der großen schwedischen Schriftsteller, geliebt und gelesen hier zu Hause und in der ganzen Welt", teilte der Leopard Verlag mit, der seine Bücher in Schweden herausbrachte. "Durch sein Schreiben ging wie ein roter Faden die Solidarität mit den Schwachen und Verletzlichen." Mankell hatte den Verlag den Angaben zufolge 2001 gemeinsam mit Dan Israel gegründet.

Ihre Gedanken zum Tod von Henning Mankell

Der schwedische Schriftsteller Henning Mankell ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Berühmt wurde er vor allem mit seinen Krimis über den brummigen Kommissar Kurt Wallander. Außerdem engagierte er sich gegen Armut und Analphabetismus in Afrika. mehr ... Ihr Forum

Die schwedische Krimiautorin Camilla Läckberg sagte Expressen: "Henning war einer meiner ersten Krimi-Idole, er hat mir den Weg gewiesen, wie vielen nachfolgenden Krimiautoren." Der schwedische Krimiautor und Kriminologe Leif G. W. Persson sagte dem Blatt: "In der Öffentlichkeit war er ein engagierter Mensch und als Schriftsteller eine wichtige Person. Es ist klar, dass ich ihn vermissen werde."

Bestürzt reagierte der norwegische Krimi-Autor Jo Nesbø auf Mankells Tod: "Das sind traurige Nachrichten", sagte er dem norwegischen Fernsehsender NRK. "Wir hatten mehrere vertrauensvolle Gespräche, und ich habe ihn als einen sehr großzügigen, guten Mann erlebt." Mankell habe mit seinen Wallander-Romanen Vorarbeit für alle anderen Autoren in dem Genre in Skandinavien geleistet, sagte Nesbø ("Blood on Snow - Der Auftrag"). "Er war ein wichtiger und vielleicht unterschätzter Türöffner für den skandinavischen Krimi im Rest der Welt. Henning Mankell ist ein Name, der in ganz Europa und auch in den USA bekannt ist."

Der schottische Fotograf und Krimiautor Ian Rankin schrieb zum Tode Mankells auf Twitter: "Sein Leben las sich wie ein Roman."

Auch Hanser trauert um den schwedischen Schriftsteller. Nicht nur Mankells Werk, auch sein persönliches Engagement seien im Zeichen der Solidarität gestanden, erklärte der Verlag in München.

Zurück nach Südostafrika

Als bei Henning Mankell Lungenkrebs diagnostiziert wurde, musste er seine Wahlheimat verlassen: das Teatro Avenida in Mosambik. Nun geht es ihm besser - und das Ensemble hofft auf seine Rückkehr. Ein Ortsbesuch. Von Ronen Steinke mehr ...

Mankell war am Montag im Alter von 67 Jahren gestorben.

Berühmt durch Wallander-Romane

Vor allem mit seinen Krimis über den brummigen Kommissar Kurt Wallander wurde Mankell berühmt. Viele seiner Romane, nicht nur die Wallander-Fälle, wurden verfilmt, darunter "Kennedys Hirn" (2010) oder "Der Chinese" (2011). Der 1948 geborene Mankell lebte in Schweden und in Mosambik.

Kampf gegen Armut, solidarisch mit den Palästinensern

Mit Eifer engagierte sich der Autor gegen Armut und Analphabetismus in Afrika. Der Kontinent war neben Schweden seine Heimat, viele seiner Bücher handeln von dort. "Meine Zeit zwischen Afrika und Europa aufzuteilen, hat mir Perspektiven und Distanz geschenkt, und ich glaube, es hat mich zu einem besseren Europäer gemacht", schrieb Mankell, der mit Eva Bergman, einer Tochter von Filmregisseur Ingmar Bergman verheiratet war, auf seiner Internetseite. "Beide Orte sind mein Zuhause."

Solidarisch zeigte sich der überzeugte Sozialist mit der Sache der Palästinenser. 2010 machte der Richtersohn die Reise der "Gaza-Hilfsflotte" Richtung Palästina mit, die von israelischen Soldaten mit einem blutigen Einsatz gestoppt wurde. Neun türkische Mitreisende starben. "Die haben versucht, mich zu töten, aber sie haben es nicht geschafft", sagte Mankell später darüber in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Nach seiner mehrtägigen Internierung warf der Autor Israel "Seeräuberei und Kidnapping in internationalen Gewässern" vor.

An Krebs erkrankt

Ende 2013 wurde bei Mankell Krebs diagnostiziert, er machte seine Krankheit im vorigen Jahr öffentlich. "Meine Angst ist sehr groß, aber ich kann sie im Großen und Ganzen unter Kontrolle halten", zitierte ihn die Zeitung Göteborgs Posten. In seinem Buch "Treibsand - Was es heißt, ein Mensch zu sein", das vor wenigen Tagen im Hanser Verlag erschienen ist, schreibt Mankell sehr persönlich über das Leben mit dem Krebs. Auch in seiner Kolumne für Göteborgs Posten war die Krankheit immer wieder Thema. Nun hat er den Kampf gegen den Krebs verloren. Er wurde 67 Jahre alt.