Lobeshymnen für die Herren, die Damen zur Randnotiz degradiert? Das kommt im Ballett nicht eben häufig vor. Ende März, als am Berliner Staatsballett mit „Nurejew“ die biografische Auferstehung des legendären Tanzrebellen gefeiert wurde, verschattete der Männerkult die heimlichen Stars der Aufführung: die Top-Ballerinen Iana Salenko und Polina Semionova, beide 40 plus. Ihre Auftritte als Nurejews historische Tanzpartnerinnen Margot Fonteyn und Natalia Makarova fielen berückend aus. Das Duo porträtierte die Vorgängerinnen mit Glanz und Glamour und ließ sie so charismatisch leuchten, wie es jüngere Kolleginnen kaum zustande bringen. Weil dafür der Ausdruck innerer Reife mit äußerer Souveränität und karrieretechnischer Gelassenheit zusammentreffen muss. Salenko und Semionova stehen für eine auf- und abgeklärte Frauengeneration, die sich und der Welt nichts mehr zu beweisen hat – noch nicht mal die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
TanzMütter auf Spitze
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Im Ballettbetrieb war Mutterschaft lange ein Tabu. Das hat sich geändert. Tänzerinnen bekommen Kinder, zeigen sich stolz mit Babybauch. Ihre Kunst profitiert davon.
Von Dorion Weickmann
