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Schwabinger Kunstfund:Anwälte veröffentlichen Statement von Cornelius Gurlitt

"Ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und in Ruhe": Auf einer eigens eingerichteten Internetseite äußert sich Kunstsammler Cornelius Gurlitt zu seiner Sammlung und der Berichterstattung über seine Person.

Die Anwälte des Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt gehen in die Offensive. Sie haben eine Internetseite zur umstrittenen Kunstsammlung eingerichtet, auf der auch ein persönliches Statement des 81-Jährigen zu lesen ist.

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunstinteressierte", schreibt Gurlitt darin. "So viel ist in den vergangenen Wochen und Monaten passiert und passiert noch immer. Ich habe nur mit meinen Bildern leben wollen, in Frieden und in Ruhe."

Vor zwei Jahren wurden seine Bilder beschlagnahmt, seit Bekanntwerden des Falls im vergangenen Jahr wird darüber diskutiert. "Manches von dem, was über meine Sammlung und mich berichtet wurde, stimmt nicht oder stimmt so nicht", heißt es in dem Statement weiter. "Deshalb wollen meine Anwälte, mein Betreuer und ich hier einige Informationen bereitstellen um die Diskussion um meine Sammlung und um meine Person zu versachlichen."

Historische Verantwortung

Weiterhin heißt es auf der Webseite unter dem Punkt "Die Haltung von Cornelius Gurlitt" über dessen Motivation unter anderem: "Cornelius Gurlitt sieht seine Aufgabe darin, die Sammlung seines Vaters zu erhalten und zu bewahren. Dennoch stellt sich Cornelius Gurlitt offen der historischen Verantwortung." Sein Vater Dr. Hildebrand Gurlitt habe die Werke "legal im Wege des Kaufes und Tausches vom deutschen Reich erworben".

Erst in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass die umstrittene Kunstsammlung von Cornelius Gurlitt deutlich größer ist, als zuvor bekannt. In Gurlitts Haus in Salzburg wurden 60 weitere Bilder gesichert, die nun im Auftrag des Sammlers begutachtet werden, um herauszufinden, ob es sich dabei um Nazi-Raubkunst handeln könnte.