Schrumpfkopf-Auktion in Brüssel:"Wer so was kauft, muss einen kleinen Knall haben"

Lesezeit: 5 min

Schädelausstellung in Herne

Ein Schrumpfschädel der Jivaro-Indianer - hierbei handelt es sich nicht um den zur Auktion stehenden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das deutsche Auktionshaus Lempertz versteigert einen Schrumpfkopf. Geschäftsführer Henrik Hanstein erklärt, warum das überhaupt möglich ist - und was der Markt besonders schätzt.

Interview von Jörg Häntzschel

"A Sculptor's Eye" lautet der Titel der Auktion am 24. Oktober. 300 Masken, Schilde, Schmuckstücke, vor allem aus Ozenanien und Afrika, sind an diesem Abend in der Brüsseler Filiale des deutschen Auktionshauses Lempertz im Angebot. Vielleicht entdecken Kenner in diesen Objekten tatsächlich das Auge des anonymen deutschen Bildhauers, von dem die Sammlung stammt. Allen anderen werden eher die menschlichen Köpfe auffallen: sechs geschmückte Schädel und ein Schrumpfkopf von den Jivaro, die in Ecuador und Peru lebten. Die Lippen sind mit Stricken zugenäht, die zu einem dicken, übers Kinn hängenden Zopf geflochten sind. Wirklich schockierend sind die Stränge grau melierten Haars, die in Wellen vom Schädel hängen. Wo mag der Rest des Körpers sein?

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