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Schriftstellerin mit 82 Jahren gestorben:Christa Wolf ist tot

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist tot. Sie starb am Donnerstag im Alter von 82 Jahren in Berlin, wie der Suhrkamp-Verlag mitteilte. Für viele Leser in Ost und West war sie über Jahre eine moralische Instanz - und erhielt zahlreiche Literaturpreise.

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist tot. Sie starb am Donnerstag nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren in einem Berliner Krankenhaus, wie der Suhrkamp-Verlag mitteilte.

Christa Wolf, 2002 | Christa Wolf, 2002

Die Schriftstellerin Christa Wolf ist mit 82 Jahren gestorben.

(Foto: Regina Schmeken)

Als DDR-Autorin galt Wolf als eine der wichtigsten deutschen Autorinnen der Nachkriegszeit. In ihren Büchern griff sie immer wieder Schicksale von Menschen auf, die von der deutschen Teilung gezeichnet waren. Zu ihren bedeutendsten Werken gehören die Romane und Erzählungen "Nachdenken über Christa T.", "Kindheitsmuster", "Kein Ort. Nirgends", "Kassandra", "Medea. Stimmen" und "Der geteilte Himmel". Ihr letzter Roman "Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud" erschien im Sommer 2010.

Ihr erster großer literarischer Erfolg, "Der geteilte Himmel" im Jahr 1963 über eine an der deutschen Teilung scheiternde Liebe, wurde eines der meistdiskutierten Bücher in der DDR und später auch von Konrad Wolf für die staatliche Filmgesellschaft Defa verfilmt.

Wolf sah die DDR und die SED mit kritischer Distanz, blieb ihr aber bis zum Schluss treu. Sie galt in ihren ersten Schriftstellerjahren als Anhängerin des DDR-Staates und erhielt 1964 den Nationalpreis. In den folgenden Jahren kritisierte sie aber zunehmend das DDR-System. Vor allem im Jahr der friedlichen Revolution 1989 ging sie öffentlich auf Distanz zur DDR-Führung, hielt eine Reform des Sozialismus jedoch noch für möglich.

Vielen Lesern in Ost und West war sie über Jahre eine moralische Instanz des anderen Deutschlands. Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise. Die am 18. März 1929 im heute polnischen Landsberg an der Warthe geborene Schriftstellerin wurde auch bis ins hohe Alter als Kandidatin für den Literaturnobelpreis gehandelt.

Anfang der 1990er Jahre wurde bekannt, dass Wolf von 1959 bis 1962 als "IM Margarete" beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR geführt worden war. Unter dem Titel "Akteneinsicht Christa Wolf" veröffentlichte sie die Akte, die sich mit dieser Zeit beschäftigt. Christa Wolf war mit dem Schriftsteller Gerhard Wolf verheiratet und hinterlässt zwei Töchter.