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Schauspiel Stuttgart:Der Worte sind genug gewechselt

Faust I; Schauspiel Stuttgart

„An der Lederjacke hängt, nach einer Lederjacke drängt doch alles“: Faust (vorne: Paul Grill) hat es bei Mephisto (Sandra Gerling) mit einem Teufelsweib zu tun.

(Foto: JU)

Chiffren der Gewalt am Schauspiel Stuttgart: Stephan Kimmig zeigt einen feministischen "Faust", Armin Petras folgt in "Der Scheiterhaufen" einer 13-Jährigen durch das postheroische Ungarn.

Heinrich, sagt Gretchen, mir graut vor dir! Doch es ist zu spät - Faust hat das Mädchen längst in den Kerker getrieben. Wie Gretchen wird auch Elisabeth Opfer eines Mannes. Eingesperrt in "zwei Meter Freiheit" gehorcht sie, wenn Papas "in der Hose baumelnder Willi" mal wieder will. Und Willi will oft. "Frauen lassen sich behandeln", konstatiert Elfriede Jelinek bitter in ihrem Text "FaustIn and out", in dem sie einen Straftäter zu Fausts Alter Ego macht: Josef Fritzl, der seine Tochter 24 Jahre lang im Keller gefangen hielt. "Mein Inneres gehört dem Papa, mein Äußeres gehört dem Papa", lässt Jelinek das Mädchen sagen, dessen einziger Wert ist, "dass ich keinen habe".

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